Was kostet es, einen gewerblichen Netzanschluss zu erweitern?

Jessica Koeferl ·
Techniker in Sicherheitsweste prüft Kupferkabelkanäle an Transformatorschrank bei moderner Logistikanlage mit Laderampe und weißen LKW.

Eine gewerbliche Netzanschlusserweiterung kostet in der Regel zwischen 10.000 und mehreren hunderttausend Euro, abhängig von der benötigten Leistung, der vorhandenen Infrastruktur und der Entfernung zur nächsten Trafostation. Für Logistikunternehmen, die eine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge aufbauen, sind Kosten im sechsstelligen Bereich keine Ausnahme. Der folgende Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Kosten, Dauer und Alternativen zur Netzanschlusserweiterung.

Welche Faktoren bestimmen die Kosten einer Netzanschlusserweiterung?

Die Kosten einer Netzanschlusserweiterung hängen von mehreren technischen und standortbezogenen Faktoren ab. Die wichtigsten sind: die gewünschte Leistungserhöhung in Kilowatt oder Megawatt, der Zustand der bestehenden Netzinfrastruktur, die Entfernung zur nächsten geeigneten Einspeisestelle sowie der Aufwand für Tiefbauarbeiten und Genehmigungen.

Je größer der Sprung zwischen dem bestehenden und dem benötigten Anschlusswert, desto aufwendiger wird der Eingriff ins Netz. In vielen Fällen ist eine neue Trafostation notwendig, was die Kosten erheblich steigert. Hinzu kommen regionale Unterschiede: Der zuständige Netzbetreiber legt die Kosten individuell fest, und in städtischen Gebieten sind Tiefbauarbeiten oft deutlich teurer als im ländlichen Raum.

Weitere kostentreibende Faktoren sind:

  • Notwendigkeit einer neuen Mittelspannungsleitung
  • Errichtung oder Erweiterung einer Trafostation
  • Komplexe Genehmigungsverfahren, zum Beispiel in Schutzgebieten oder bei Kreuzungen mit öffentlichen Verkehrswegen
  • Parallelbetrieb während der Bauphase, um den laufenden Betrieb sicherzustellen

Was kostet eine Leistungserhöhung beim Netzanschluss konkret?

Eine einfache Leistungserhöhung im Niederspannungsbereich, etwa von 100 auf 200 Kilowatt, kostet typischerweise zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Sobald eine neue Trafostation oder Mittelspannungsanbindung erforderlich ist, steigen die Kosten auf 100.000 bis 500.000 Euro oder mehr. Für große Logistikstandorte mit Ladeinfrastruktur im Megawatt-Bereich sind auch Investitionen jenseits einer Million Euro möglich.

Diese Kosten trägt in der Regel der Anschlussnehmer, also das Unternehmen, das die Erweiterung beantragt. Der Netzbetreiber erstellt ein individuelles Angebot auf Basis einer Netzverträglichkeitsprüfung. Diese Prüfung kann selbst bereits mehrere Wochen dauern und ist kostenpflichtig.

Typische Kostenbereiche im Überblick:

  • Kleine Leistungserhöhung (bis 200 kW): 10.000 bis 50.000 Euro
  • Mittlere Erweiterung mit neuer Trafostation: 100.000 bis 300.000 Euro
  • Großer Netzausbau im Mittelspannungsnetz: 300.000 Euro bis über 1 Million Euro

Hinzu kommen laufende Kosten: Ein höherer Netzanschlusswert erhöht die jährliche Leistungspreiskomponente der Netzentgelte, unabhängig davon, ob die Leistung tatsächlich abgerufen wird.

Wie lange dauert eine gewerbliche Netzanschlusserweiterung?

Eine gewerbliche Netzanschlusserweiterung dauert in Deutschland typischerweise zwischen 12 und 36 Monaten. Die Spanne ist groß, weil Genehmigungsverfahren, Netzverträglichkeitsprüfungen und Tiefbauarbeiten stark von lokalen Gegebenheiten und der Auslastung des Netzbetreibers abhängen. In Regionen mit hohem Netzausbaubedarf sind Wartezeiten von zwei Jahren und mehr keine Seltenheit.

Der typische Ablauf gliedert sich in mehrere Phasen:

  1. Anfrage und Netzverträglichkeitsprüfung: 4 bis 12 Wochen
  2. Angebotserstellung durch den Netzbetreiber: 4 bis 8 Wochen
  3. Genehmigungsverfahren und Planung: 3 bis 12 Monate
  4. Bau und Inbetriebnahme: 3 bis 12 Monate

Für Logistikunternehmen, die ihre Flotte auf Elektrofahrzeuge umstellen wollen, bedeutet das: Wer heute mit der Planung beginnt, kann in vielen Fällen frühestens 2027 oder 2028 mit einem erweiterten Netzanschluss rechnen. Diese Zeitspanne ist für viele Betriebe operativ nicht tragbar.

Wann lohnt sich eine Netzanschlusserweiterung nicht?

Eine Netzanschlusserweiterung lohnt sich typischerweise nicht, wenn der Leistungsbedarf nur zu bestimmten Tageszeiten oder saisonal anfällt, die Investitionskosten im Verhältnis zum tatsächlichen Energiebedarf unverhältnismäßig hoch sind oder wenn alternative Lösungen wie Batteriespeicher den gleichen Effekt zu deutlich geringeren Kosten erzielen können.

Konkrete Situationen, in denen eine Erweiterung oft nicht sinnvoll ist:

  • Der Spitzenbedarf tritt nur für wenige Stunden täglich auf, etwa beim gleichzeitigen Laden mehrerer Fahrzeuge am Abend
  • Die Netzausbaukosten übersteigen den wirtschaftlichen Nutzen über die geplante Betriebsdauer
  • Der Standort soll in absehbarer Zeit verlagert oder umgebaut werden
  • Der Netzbetreiber verlangt einen unverhältnismäßig hohen Baukostenzuschuss
  • Die Genehmigungsdauer gefährdet den Zeitplan für die Flottenumstellung

In diesen Fällen lohnt es sich, zunächst zu prüfen, ob ein intelligentes Energiemanagementsystem oder ein Batteriespeicher die Lastspitzen abdecken kann, ohne dass der Netzanschluss überhaupt verändert werden muss.

Wie können Batteriespeicher eine Netzanschlusserweiterung ersetzen?

Ein Batteriespeicher kann eine Netzanschlusserweiterung in vielen Fällen vollständig ersetzen, indem er Energie in Zeiten niedriger Last speichert und bei Spitzenbedarf gezielt abgibt. Das Netz wird dadurch nur mit der vertraglich vereinbarten Leistung belastet, während der tatsächliche Bedarf deutlich höher sein kann. Dieses Prinzip nennt sich Lastspitzenmanagement oder Peak Shaving.

Für Logistikunternehmen mit Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw oder Elektrotransporter ist das besonders relevant. Wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden, entstehen kurzzeitig sehr hohe Leistungsspitzen. Ein Batteriespeicher puffert diese Spitzen ab und macht eine teure Netzaufrüstung überflüssig.

Wirtschaftliche Vorteile gegenüber der Netzaufrüstung

Die Investitionskosten für einen Batteriespeicher liegen in vielen Fällen deutlich unter den Kosten einer Netzanschlusserweiterung. Hinzu kommt, dass ein Speicher keine dauerhaft höheren Netzentgelte verursacht, weil der vertraglich vereinbarte Anschlusswert unverändert bleibt. Durch die Teilnahme an Regelenergiemärkten oder durch die Optimierung des Eigenverbrauchs von Photovoltaikstrom können Batteriespeicher zusätzlich Erlöse generieren.

Technische Voraussetzungen

Damit ein Batteriespeicher als Ersatz für eine Netzanschlusserweiterung funktioniert, muss das System intelligent gesteuert werden. Die Software muss Ladezeiten, Fahrzeugverfügbarkeit und Netzlast in Echtzeit koordinieren. Ohne ein solches Energiemanagementsystem ist der Nutzen eines Speichers deutlich geringer.

Was sollten Logistikunternehmen bei der Ladeinfrastruktur-Planung beachten?

Logistikunternehmen sollten bei der Planung ihrer Ladeinfrastruktur frühzeitig den Netzanschluss prüfen und parallel dazu alternative Lösungen wie Batteriespeicher in die Bewertung einbeziehen. Die größte Fehlerquelle ist, den Netzanschluss zu spät in die Planung einzubeziehen und dann festzustellen, dass Kapazität und Genehmigungsdauer den Rollout der Elektroflotte blockieren.

Wichtige Punkte für die Planung:

  • Lastanalyse vor Investitionsentscheidung: Wie viel Leistung wird wann benötigt? Gleichzeitiges Laden aller Fahrzeuge ist selten notwendig und oft vermeidbar.
  • Netzanfrage frühzeitig stellen: Die Netzverträglichkeitsprüfung dauert Wochen. Wer sie zu spät beauftragt, verliert wertvolle Zeit.
  • Genehmigungsrisiken einkalkulieren: Besonders in Gewerbegebieten mit bereits hoher Netzlast sind lange Wartezeiten realistisch.
  • Batteriespeicher als Alternative prüfen: In vielen Fällen ist ein Speichersystem schneller umsetzbar und wirtschaftlich attraktiver als eine Netzaufrüstung.
  • Skalierbarkeit einplanen: Die Ladeinfrastruktur sollte mit der Flotte wachsen können, ohne jedes Mal neue Genehmigungsverfahren zu durchlaufen.
  • Betriebskosten langfristig bewerten: Ein höherer Netzanschlusswert erhöht die Netzentgelte dauerhaft. Batteriespeicher können diese Kosten dauerhaft reduzieren.

Wer diese Punkte frühzeitig adressiert, vermeidet die häufigsten Verzögerungen beim Aufbau einer wirtschaftlichen Ladeinfrastruktur für gewerbliche Elektrofahrzeuge.

Wie Bnewable bei der Netzanschluss-Planung für Logistikstandorte unterstützt

Viele Logistikunternehmen stehen vor der gleichen Situation: Der Netzanschluss reicht für die geplante Ladeinfrastruktur nicht aus, eine Erweiterung ist teuer und dauert zu lange. Wir bieten hier eine konkrete Alternative.

Als Spezialist für Batteriespeicher für Logistik und Transport übernehmen wir die gesamte Umsetzung, von der Standortanalyse bis zum laufenden Betrieb, ohne dass Sie investieren oder Betriebsrisiken tragen müssen:

  • Analyse des bestehenden Netzanschlusses und des tatsächlichen Leistungsbedarfs
  • Planung und Dimensionierung eines Batteriespeichers, der Lastspitzen abpuffert und eine Netzaufrüstung vermeidet
  • Intelligente Steuerung über unsere Softwareplattform Voltana, die Ladezeiten, Netzlast und Eigenverbrauch kontinuierlich optimiert
  • Kein Investitionsaufwand für Sie: Wir errichten und betreiben das System auf Ihrem Gelände
  • Ein Ansprechpartner für die gesamte Lösung, von der Genehmigung bis zum Betrieb

Wenn Sie prüfen möchten, ob ein Batteriespeicher für Ihren Standort eine sinnvolle Alternative zur Netzanschlusserweiterung ist, stehen wir für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

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