Strom ist in Frankreich günstiger als in Deutschland, weil Frankreich rund 70 Prozent seines Stroms aus Kernkraft erzeugt. Kernkraftwerke produzieren Strom mit sehr niedrigen variablen Kosten, was den Großhandelspreis dauerhaft drückt. Deutschland hingegen hat den Atomausstieg vollzogen und trägt hohe Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien sowie umfangreiche staatliche Abgaben und Umlagen, die direkt auf den Strompreis aufgeschlagen werden.
Hohe Energiekosten bremsen die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industrieunternehmen
Für energieintensive Betriebe in Deutschland ist der Strompreisunterschied zu Frankreich keine abstrakte Statistik, sondern ein konkreter Kostennachteil. Unternehmen, die in Deutschland produzieren, zahlen für Industriestrom im Schnitt deutlich mehr als Wettbewerber in Frankreich oder anderen europäischen Ländern mit günstigerer Erzeugungsstruktur. Das verschlechtert die Kalkulationsgrundlage, erhöht den Druck auf die Margen und macht Investitionsentscheidungen schwieriger. Der erste Schritt, um diesem Nachteil entgegenzuwirken, besteht darin zu verstehen, woraus die deutschen Stromkosten tatsächlich bestehen, denn nur was man kennt, lässt sich gezielt reduzieren.
Wer den Strompreis nur als fixen Kostenfaktor behandelt, lässt Einsparpotenzial liegen
Viele Unternehmen akzeptieren ihren Strompreis als gegeben und optimieren an anderer Stelle. Das ist ein Fehler. Ein erheblicher Teil der deutschen Stromkosten entsteht durch Lastspitzen, also kurze Zeiträume mit besonders hohem Strombezug, die die monatliche Netzentgeltabrechnung überproportional belasten. Wer diese Spitzen nicht aktiv managt, zahlt dauerhaft zu viel – unabhängig vom Börsenstrompreis. Technische Maßnahmen wie Batteriespeicher ermöglichen es, Lastspitzen gezielt zu kappen und damit einen der größten Kostentreiber beim deutschen Industriestrompreis direkt anzugehen.
Welche Rolle spielt die Kernenergie beim französischen Strompreis?
Kernkraft ist der wichtigste Grund für den niedrigen Strompreis in Frankreich. Frankreich betreibt rund 56 Reaktoren, die zusammen etwa 70 Prozent des nationalen Strombedarfs decken. Kernkraftwerke haben nach dem Bau sehr geringe variable Betriebskosten, was den Großhandelspreis strukturell niedrig hält. Schwankungen entstehen vor allem, wenn Reaktoren gewartet werden oder ausfallen.
Ein weiterer Faktor: Frankreich exportiert regelmäßig Strom in andere europäische Länder, darunter auch nach Deutschland. Das bedeutet, dass die günstige französische Erzeugung den europäischen Großhandelspreis beeinflusst, der Endpreis für deutsche Verbraucher jedoch dennoch höher bleibt, weil Steuern, Abgaben und Netzentgelte in Deutschland deutlich höher sind als in Frankreich.
Der Atomausstieg Deutschlands, der im April 2023 abgeschlossen wurde, hat diese Asymmetrie verstärkt. Seitdem fehlt Deutschland eine Erzeugungsquelle mit niedrigen variablen Kosten, was die Abhängigkeit von Gaskraftwerken und damit von volatilen Gaspreisen erhöht hat.
Wie hoch ist der Unterschied zwischen deutschen und französischen Strompreisen?
Der Strompreisunterschied zwischen Deutschland und Frankreich ist erheblich. Für Industriekunden lag der effektive Strompreis in Deutschland in den vergangenen Jahren regelmäßig deutlich über dem französischen Niveau. Der Unterschied beim Großhandelspreis beträgt je nach Marktlage mehrere Cent pro Kilowattstunde. Auf Jahressicht summiert sich das für energieintensive Betriebe schnell auf sechsstellige Beträge.
Beim Vergleich der Endpreise für Industriekunden zeigt sich, dass der Unterschied noch größer ausfällt, weil in Deutschland zusätzlich höhere Netzentgelte, Steuern und Abgaben anfallen. Während der Großhandelspreis in beiden Ländern grundsätzlich dem europäischen Markt folgt, ist die Abgabenlast in Deutschland strukturell höher.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung nach Abnahmemenge und Spannungsebene. Großabnehmer, die direkt am Mittelspannungsnetz angeschlossen sind, profitieren in Deutschland von reduzierten Netzentgelten. Trotzdem bleibt der Gesamtpreis im europäischen Vergleich hoch.
Warum sind Steuern und Abgaben in Deutschland so viel höher?
Die Strompreise für Industriekunden in Deutschland setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen: dem eigentlichen Energiepreis, den Netzentgelten, der Stromsteuer sowie weiteren Umlagen. Historisch war die EEG-Umlage zur Finanzierung erneuerbarer Energien ein großer Kostentreiber. Seit 2023 wird diese Umlage aus dem Bundeshaushalt finanziert, was für viele Industriekunden eine Entlastung gebracht hat.
Dennoch bleiben die Netzentgelte in Deutschland vergleichsweise hoch. Sie finanzieren den Ausbau und Betrieb der Stromnetze, der für die Integration erneuerbarer Energien notwendig ist. Frankreich hat diesen Transformationsprozess in geringerem Umfang durchlaufen, weil die Kernkraft eine stabile Grundlast liefert und der Netzausbaubedarf anders verteilt ist.
Hinzu kommt die Stromsteuer in Höhe von derzeit 2,05 Cent pro Kilowattstunde (Stand 2024), die es in Frankreich in dieser Form nicht gibt. Für energieintensive Unternehmen gibt es in Deutschland zwar Ausnahmetatbestände und Entlastungsmöglichkeiten, deren Beantragung jedoch an strenge Voraussetzungen geknüpft ist.
Können deutsche Industrieunternehmen von günstigeren Strompreisen profitieren?
Deutsche Industrieunternehmen können ihren effektiven Strompreis durch verschiedene Maßnahmen senken, auch wenn der strukturelle Unterschied zu Frankreich nicht direkt ausgleichbar ist. Direktlieferverträge mit Erzeugern, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs), ermöglichen planbare Preise unterhalb des Spotmarktpreises. Eigenversorgung über Photovoltaik reduziert den Netzbezug. Und aktives Lastmanagement senkt die Netzentgeltkomponente.
Besonders relevant ist der Leistungspreis im Netzentgelt. Dieser richtet sich in vielen Netzgebieten nach der höchsten gemessenen Leistungsspitze im Abrechnungszeitraum. Wer diese Spitze reduziert, senkt dauerhaft die Netzentgeltkosten – unabhängig vom Börsenstrompreis. Das ist ein Hebel, den viele Unternehmen noch nicht systematisch nutzen.
Darüber hinaus bietet die Teilnahme an Regelenergiemärkten Industrieunternehmen mit flexiblen Lasten oder Speicherkapazitäten die Möglichkeit, zusätzliche Erlöse zu erzielen. Diese Märkte vergüten Flexibilität im Stromnetz und können einen relevanten Beitrag zur Senkung der Nettoenergiekosten leisten.
Wie können Batteriespeicher hohe Stromkosten in Deutschland ausgleichen?
Batteriespeicher helfen deutschen Industrieunternehmen, Stromkosten auf mehreren Wegen zu senken. Sie kappen Lastspitzen und reduzieren damit die Netzentgeltkomponente, speichern günstig erzeugten PV-Strom für die spätere Nutzung und ermöglichen die Teilnahme an Regelenergiemärkten. In Kombination wirken diese Effekte direkt auf die Gesamtenergiekosten.
Der größte Einzelhebel ist typischerweise die Lastspitzenreduzierung. Weil der Leistungspreis im Netzentgelt auf der höchsten Lastspitze basiert, genügt es oft, wenige kritische Spitzenwerte im Jahr zu kappen, um die Netzentgeltrechnung spürbar zu senken. Ein Batteriespeicher erkennt diese Spitzen und entlädt sich automatisch, bevor der Grenzwert überschritten wird.
Zusätzlich lässt sich selbst erzeugter Solarstrom, der tagsüber anfällt, aber nicht sofort verbraucht wird, im Speicher zwischenlagern und zu einem späteren Zeitpunkt einsetzen. Das erhöht den Eigenversorgungsanteil und senkt den teuren Netzbezug. Und wer über ausreichende Speicherkapazität verfügt, kann am Regelenergiemarkt teilnehmen und Erlöse erzielen, die die Betriebskosten des Systems weiter reduzieren.
Wie Bnewable bei hohen Stromkosten in Deutschland unterstützt
Wir wissen, dass der Strompreisunterschied zu Frankreich für viele deutsche Industrieunternehmen ein konkreter Wettbewerbsnachteil ist. Vollständig ausgleichen lässt er sich nicht, aber ein erheblicher Teil der Mehrkosten lässt sich durch intelligentes Energiemanagement reduzieren.
Als Anbieter von industriellen Batteriespeicherlösungen übernehmen wir die gesamte Wertschöpfungskette für Sie: von der Planung und Genehmigung über den Bau bis zum laufenden Betrieb der Anlage direkt an Ihrem Standort. Dabei entstehen für Sie keine Investitionskosten und kein Betriebsrisiko.
- Lastspitzenreduzierung: Unsere Systeme kappen automatisch die teuersten Leistungsspitzen und senken damit Ihre Netzentgeltrechnung dauerhaft.
- PV-Optimierung: Selbst erzeugter Solarstrom wird intelligent zwischengespeichert und dann eingesetzt, wenn er den größten Nutzen bringt.
- Marktintegration: Unsere proprietäre Software Voltana steuert den Speicher so, dass zusätzliche Erlöse über Regelenergiemärkte realisiert werden können.
- Ein Ansprechpartner: Sie erhalten eine vollständige Lösung aus einer Hand, ohne internen Mehraufwand.
Wenn Sie wissen möchten, welches Einsparpotenzial an Ihrem Standort realistisch ist, sprechen Sie uns an. Eine Projektanfrage ist der erste Schritt zu einer konkreten Einschätzung.
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