Hohe Strompreise treffen nicht alle Unternehmen gleich hart. Am stärksten betroffen sind Branchen, deren Produktion oder Logistik einen hohen Strombedarf hat: Metallverarbeitung, Chemie, Papier, Lebensmittelproduktion, Kühllogistik und Automobilzulieferer zählen zu den am stärksten belasteten Sektoren. Für diese Unternehmen ist Strom kein Nebenposten, sondern ein zentraler Kostenfaktor, der sich direkt auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirkt.
Ungeplante Lastspitzen fressen Ihre Marge, ohne dass Sie es merken
Viele Industrieunternehmen zahlen monatlich deutlich mehr für Strom als nötig, weil kurze Leistungsspitzen im Netz den gesamten Abrechnungszeitraum verteuern. Der Leistungspreis, der auf dem höchsten gemessenen Verbrauchswert basiert, kann einen erheblichen Teil der Stromrechnung ausmachen, selbst wenn die Spitze nur wenige Minuten dauert. Wer diesen Mechanismus nicht aktiv steuert, zahlt dauerhaft zu viel. Der erste Schritt ist eine genaue Lastganganalyse: Wann entstehen Spitzen, durch welche Maschinen, und wie lassen sie sich zeitlich verschieben oder kappen?
Steigende Netzentgelte erhöhen Ihre Stromkosten unabhängig vom Marktpreis
Selbst wenn der Börsenstrompreis sinkt, steigen die Gesamtkosten für viele Industriebetriebe weiter, weil Netzentgelte, Umlagen und Steuern einen wachsenden Anteil der Stromrechnung ausmachen. Diese Kostenbestandteile sind nicht verhandelbar und hängen nicht vom Energiemarkt ab. Unternehmen, die ihren Strombezug aus dem öffentlichen Netz reduzieren, etwa durch Eigenversorgung mit Photovoltaik in Kombination mit einem Speicher, können diese Kostenblöcke gezielt verkleinern. Das setzt voraus, dass die technische Infrastruktur dafür ausgelegt ist und der Verteilnetzbetreiber (VNB) eingebunden wird.
Welche Branchen sind am stärksten von hohen Strompreisen betroffen?
Die am stärksten betroffenen Branchen sind Metallverarbeitung und Stahlproduktion, die chemische Industrie, Papier- und Zellstoffherstellung, Lebensmittel- und Getränkeproduktion, Kühllogistik sowie Automobilzulieferer. Diese Sektoren verbindet ein hoher, oft kontinuierlicher Strombedarf, der kaum kurzfristig reduziert werden kann, ohne die Produktion zu beeinträchtigen.
In der Metallverarbeitung etwa sind Schmelzöfen, Walzanlagen und Pressen dauerhaft in Betrieb. In der Lebensmittelindustrie laufen Kühl- und Gefrieranlagen rund um die Uhr. In der chemischen Industrie sind Prozesstemperaturen und Reaktionszeiten fix. Diese Unternehmen haben kaum Spielraum, ihren Verbrauch spontan zu drosseln, was sie besonders anfällig für Preissteigerungen macht.
Hinzu kommt, dass viele dieser Betriebe im internationalen Wettbewerb stehen. Höhere Energiekosten in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Standorten wirken sich direkt auf die Produktionskosten und damit auf die Wettbewerbsfähigkeit aus.
Warum treffen hohe Strompreise die Industrie härter als andere Sektoren?
Die Industrie ist härter betroffen, weil Strom dort ein direkter Produktionsfaktor ist, kein Komfortmerkmal. Während ein Bürogebäude Heizung oder Beleuchtung reduzieren kann, ohne den Betrieb zu stoppen, bedeutet weniger Strom in der Produktion oft: weniger Output. Der Stromkostenanteil an den Gesamtkosten ist in energieintensiven Betrieben deutlich höher als im Dienstleistungsbereich.
Dazu kommt die Abrechnungsstruktur: Industriekunden zahlen nicht nur für die verbrauchte Energiemenge (Arbeitspreis), sondern auch für die maximale Leistung, die sie aus dem Netz abrufen (Leistungspreis). Dieser Leistungspreis orientiert sich am höchsten Verbrauchswert innerhalb eines Abrechnungszeitraums, typischerweise gemessen als Viertelstundenmittelwert. Eine kurze, aber hohe Spitze kann die gesamte Monatsrechnung in die Höhe treiben.
Schließlich sind viele Industrieprozesse nicht flexibel genug, um einfach auf günstigere Zeiten verschoben zu werden. Produktionslinien, Schichtbetrieb und Lieferverpflichtungen lassen wenig Spielraum für spontane Anpassungen.
Was sind Lastspitzen und warum kosten sie Industriebetriebe so viel?
Eine Lastspitze ist ein kurzzeitiger, deutlich erhöhter Strombezug aus dem Netz, der entsteht, wenn mehrere leistungsstarke Verbraucher gleichzeitig anlaufen. Industriebetriebe zahlen für diese Spitzen überproportional viel, weil der Leistungspreis auf dem höchsten gemessenen Wert im Abrechnungszeitraum basiert, nicht auf dem Durchschnitt.
Praktisch bedeutet das: Wenn eine Produktionsanlage morgens hochfährt und gleichzeitig Kompressoren, Kühlaggregate und Förderbänder anlaufen, entsteht für wenige Minuten eine sehr hohe Leistungsanforderung. Dieser Spitzenwert bestimmt den Leistungspreis für den gesamten Monat. Selbst wenn der restliche Betrieb deutlich moderater läuft, zahlt das Unternehmen so, als würde es dauerhaft auf diesem Niveau arbeiten.
In der Praxis macht der Leistungspreis bei vielen Industriekunden einen erheblichen Anteil der Gesamtstromrechnung aus. Wer Lastspitzen gezielt reduziert, senkt also nicht nur den Momentanverbrauch, sondern die gesamte monatliche Abrechnung. Das lässt sich technisch durch Lastmanagement oder durch den Einsatz eines Batteriespeichers erreichen, der in Spitzenmomenten Energie aus dem Speicher liefert statt aus dem Netz.
Wie unterscheiden sich die Energiekosten zwischen energieintensiven Branchen?
Die Energiekosten unterscheiden sich je nach Branche erheblich, sowohl im absoluten Verbrauch als auch im Anteil an den Gesamtkosten. In der Aluminiumproduktion oder Chlorchemie kann Strom mehr als 30 Prozent der Produktionskosten ausmachen. In der Lebensmittelverarbeitung liegt der Anteil typischerweise niedriger, aber durch den kontinuierlichen Betrieb von Kühlung und Verarbeitung bleibt er wirtschaftlich relevant.
Weitere Unterschiede entstehen durch die Art des Strombezugs. Unternehmen, die direkt am Mittelspannungsnetz angeschlossen sind, zahlen andere Netzentgelte als solche, die über das Niederspannungsnetz versorgt werden. Mittelspannungsanschlüsse sind für größere Leistungen ausgelegt und ermöglichen den Transport derselben Energiemenge bei deutlich geringerem Strom, was Leitungsverluste reduziert.
Auch die Produktionsstruktur spielt eine Rolle. Betriebe mit gleichmäßigem Lastprofil zahlen weniger als solche mit stark schwankenden Verbräuchen, weil Letztere höhere Leistungspreise und schlechtere Konditionen bei Lieferverträgen erhalten. Branchenübergreifend gilt: Je planbarer und gleichmäßiger der Verbrauch, desto günstiger die Gesamtkosten.
Wie können energieintensive Unternehmen ihre Stromkosten senken?
Energieintensive Unternehmen können ihre Stromkosten auf mehreren Wegen senken: durch Lastspitzenmanagement, durch den Einsatz von Photovoltaik zur Eigenversorgung, durch die Teilnahme an Regelenergiemärkten und durch intelligente Steuerung des Energieverbrauchs. Der wirksamste Hebel hängt vom individuellen Lastprofil und der vorhandenen Infrastruktur ab.
Der erste Schritt ist eine Analyse des eigenen Lastgangs. Wann entstehen Spitzen? Welche Anlagen verursachen sie? Lassen sich Anlaufzeiten verschieben oder staffeln? Schon einfache organisatorische Maßnahmen können die Spitzenlast reduzieren und damit den Leistungspreis senken.
Darüber hinaus bieten erneuerbare Energien, insbesondere Photovoltaik, die Möglichkeit, einen Teil des Stroms selbst zu erzeugen und damit den Netzbezug zu reduzieren. In Kombination mit einem Batteriespeicher lässt sich selbst erzeugter Strom dann nutzen, wenn er gebraucht wird, nicht nur dann, wenn die Sonne scheint. Das erhöht den Eigenverbrauchsanteil und reduziert gleichzeitig Lastspitzen.
Zusätzlich können Unternehmen mit geeigneter Speicherinfrastruktur an Regelenergiemärkten teilnehmen und damit Erlöse erzielen, indem sie dem Stromnetz Flexibilität zur Verfügung stellen. Das erfordert jedoch eine entsprechende technische Ausstattung und Steuerungssoftware.
Wann lohnt sich ein Batteriespeicher für ein Industrieunternehmen?
Ein Batteriespeicher lohnt sich typischerweise dann, wenn ein Unternehmen hohe Lastspitzen hat, einen bedeutenden Anteil selbst erzeugten Stroms optimal nutzen möchte oder Interesse an Erlösen aus Regelenergiemärkten hat. Je höher der Leistungspreis und je stärker die Lastspitzen, desto schneller rechnet sich die Investition.
Konkret profitieren Unternehmen in drei Szenarien besonders. Erstens: hohe Leistungspreise durch starke Lastspitzen, die sich durch den Speicher kappen lassen. Zweitens: eine vorhandene oder geplante PV-Anlage, deren Ertrag ohne Speicher nicht vollständig genutzt werden kann. Drittens: die Bereitschaft, am Regelenergiemarkt teilzunehmen und damit zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Wichtig ist dabei, dass die Wirtschaftlichkeit individuell berechnet werden muss. Faktoren wie Anschlussleistung, Netzebene, Lastprofil, vorhandene Infrastruktur und lokale Netzentgelte bestimmen, wie schnell sich ein Speicher amortisiert. Pauschalaussagen sind hier wenig hilfreich; eine fundierte Analyse des Standorts und des Verbrauchsprofils ist der richtige Ausgangspunkt.
Wie Bnewable energieintensive Unternehmen bei hohen Strompreisen unterstützt
Wir arbeiten mit Industrieunternehmen, die unter hohen Strompreisen, Lastspitzen und steigenden Energiekosten leiden, und helfen ihnen, diese Kosten strukturell zu senken – ohne eigenes Investitionsrisiko.
- Vollständige Übernahme der Wertschöpfungskette: Wir planen, genehmigen, bauen und betreiben den Batteriespeicher direkt an Ihrem Standort. Für Sie entsteht kein Investitionsaufwand und kein Betriebsrisiko.
- Intelligente Steuerung durch Voltana: Unsere proprietäre Software optimiert den Speichereinsatz kontinuierlich, reduziert Lastspitzen, maximiert die Nutzung von PV-Strom und ermöglicht die Teilnahme an Energiemärkten.
- Messbare Kostensenkung: Durch gezielte Lastspitzenreduktion und höheren Eigenverbrauch senken wir Ihre monatliche Stromrechnung auf nachvollziehbare Weise.
- Zusätzliche Erlöse: Wo es sinnvoll ist, nutzen wir die Speicherkapazität zur Teilnahme an Regelenergiemärkten und schaffen damit eine zusätzliche Einnahmequelle für Ihr Unternehmen.
- Ein Ansprechpartner: Von der ersten Analyse bis zum laufenden Betrieb begleiten wir Sie durch den gesamten Prozess.
Wenn Sie wissen möchten, ob und wie sich ein Batteriespeicher von Bnewable für Ihren Standort rechnet, sprechen Sie uns an. Eine erste Einschätzung auf Basis Ihres Lastprofils ist ein sinnvoller erster Schritt – und den gehen wir gerne gemeinsam mit Ihnen, ganz einfach über eine Projektanfrage.
Ähnliche Artikel
- Warum zahlen Industrieunternehmen Netzentgelte für Leistungsspitzen statt für Verbrauch?
- Was ist der Unterschied zwischen Lastmanagement und Peak Shaving?
- Wie funktioniert Lastspitzenmanagement?
- Warum gefährden steigende Energiekosten den Industriestandort Deutschland?
- Was versteht man unter leistungsbasierter Netzentgeltabrechnung?





