Wie funktioniert das Laden von E-Lkws ohne Netzausbau?

Jessica Koeferl ·
Weißer Elektro-Sattelzug an moderner Ladestation in einem Logistikzentrum, kompakte Batteriespeichereinheit daneben, Sonnenlicht auf Betonboden.

E-Lkws lassen sich auch ohne Netzausbau laden, wenn ein Batteriespeicher als Puffer zwischen Netzanschluss und Ladeinfrastruktur geschaltet wird. Der Speicher lädt sich langsam über den bestehenden Anschluss auf und gibt die gespeicherte Energie bei Bedarf schnell an mehrere Fahrzeuge ab. Für Logistik- und Transportunternehmen, die ihren Fuhrpark elektrifizieren wollen, ist das oft der schnellste und wirtschaftlichste Weg. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um diesen Ansatz.

Warum reicht der Netzanschluss für E-Lkw-Flotten oft nicht aus?

Die meisten Logistikstandorte verfügen über einen Netzanschluss, der für den bisherigen Betrieb ausgelegt wurde, nicht für das gleichzeitige Laden mehrerer schwerer Nutzfahrzeuge. Ein einzelner E-Lkw benötigt je nach Ladegeschwindigkeit zwischen 40 und 150 Kilowatt. Bei fünf oder zehn Fahrzeugen summiert sich das schnell auf Leistungen, die den vorhandenen Anschluss deutlich übersteigen.

Hinzu kommt die Struktur des Netzausbaus selbst. Eine Erhöhung der Anschlussleistung erfordert in vielen Fällen neue Trafostationen, Kabeltrassen und Genehmigungen durch den Netzbetreiber. Die Wartezeiten liegen typischerweise bei zwei bis fünf Jahren, die Kosten können je nach Standort mehrere hunderttausend Euro betragen. Das bremst den Hochlauf der Elektromobilität im gewerblichen Bereich erheblich, obwohl die Fahrzeuge selbst längst verfügbar sind.

Das eigentliche Problem beim Elektrifizieren des Fuhrparks ist also nicht das Fahrzeug, sondern die Ladeinfrastruktur und der dahinterliegende Netzanschluss.

Wie funktioniert ein Batteriespeicher als Puffer beim E-Lkw-Laden?

Ein stationärer Batteriespeicher wird zwischen dem vorhandenen Netzanschluss und den Ladepunkten installiert. Er lädt sich kontinuierlich mit der verfügbaren Netzleistung auf, typischerweise über mehrere Stunden. Wenn Fahrzeuge laden müssen, gibt der Speicher seine gespeicherte Energie schnell und gebündelt ab, ohne dass der Netzanschluss dabei überlastet wird.

Das Prinzip lässt sich mit einem Wassertank vergleichen: Das Wasser läuft langsam rein und kann bei Bedarf schnell entnommen werden. Der Netzanschluss bleibt konstant belastet, während die Ladeinfrastruktur flexibel und leistungsstark arbeitet.

Damit das System effizient funktioniert, braucht es eine intelligente Steuerungssoftware. Sie koordiniert, wann der Speicher lädt, wann er entlädt, welche Fahrzeuge Priorität haben und wie Lastspitzen vermieden werden. Ohne diese Steuerung bleibt das Potenzial des Speichers weitgehend ungenutzt.

Welche Ladegeschwindigkeiten sind ohne Netzausbau realistisch?

Mit einem batteriegepufferten System sind Ladegeschwindigkeiten von 150 Kilowatt pro Ladepunkt und mehr realistisch, auch wenn der Netzanschluss diese Leistung allein nicht liefern könnte. Entscheidend ist dabei die Dimensionierung des Speichers im Verhältnis zur Anzahl der Fahrzeuge und den Ladezeiten.

In der Praxis hängt die erreichbare Ladegeschwindigkeit von drei Faktoren ab:

  • Speicherkapazität: Je größer der Speicher, desto mehr Energie steht für schnelle Ladevorgänge zur Verfügung.
  • Ladezyklen: Fahrzeuge, die in der Nacht laden, profitieren von längeren Ladezeiten bei niedrigerer Leistung. Fahrzeuge mit kurzen Standzeiten tagsüber benötigen höhere Spitzenleistungen.
  • Anzahl gleichzeitig ladender Fahrzeuge: Die Steuerungssoftware verteilt die verfügbare Energie nach Priorität, sodass kritische Fahrzeuge bevorzugt werden.

Für viele Logistikbetriebe, die ihren Fuhrpark elektrifizieren, reicht ein gut dimensionierter gepufferter Ladehub aus, um den gesamten Tagesbedarf zu decken, ohne auch nur eine einzige Leitung neu zu verlegen.

Was kostet ein batteriegepufferter Ladehub für E-Lkws?

Die Investitionskosten für einen batteriegepufferten Ladehub variieren stark je nach Speichergröße, Anzahl der Ladepunkte und Standortbedingungen. Pauschalpreise sind daher wenig aussagekräftig. Als grobe Orientierung: Systeme für fünf bis zehn E-Lkws bewegen sich typischerweise im mittleren bis oberen sechsstelligen Bereich.

Relevant ist jedoch nicht nur der Kaufpreis, sondern die Gesamtwirtschaftlichkeit. Ein batteriegepufferter Ladehub ersetzt in vielen Fällen einen Netzausbau, der teurer, langwieriger und mit mehr Risiken verbunden wäre. Hinzu kommen laufende Einsparungen durch vermiedene Lastspitzen und die Möglichkeit, am Strommarkt Erlöse zu erzielen.

Für Unternehmen, die kein Kapital binden möchten, gibt es Betreibermodelle, bei denen der Speicher ohne Eigeninvestition installiert und betrieben wird. In diesem Fall zahlt das Unternehmen für die genutzte Leistung, nicht für die Anlage selbst.

Wann lohnt sich ein Batteriespeicher statt Netzausbau?

Ein Batteriespeicher lohnt sich typischerweise dann, wenn der Netzausbau entweder zu lange dauert, zu teuer ist oder der Standort nur vorübergehend genutzt wird. Für Unternehmen, die ihren Fuhrpark elektrifizieren wollen, ist der Zeithorizont oft das ausschlaggebende Kriterium: Wenn die ersten E-Lkws in zwölf Monaten rollen sollen, ist ein Netzausbau mit mehrjähriger Vorlaufzeit keine Option.

Weitere Situationen, in denen ein Speicher dem Netzausbau vorzuziehen ist:

  • Der Standort hat bereits hohe Lastspitzen, die die Energiekosten treiben.
  • Eine Photovoltaikanlage ist vorhanden oder geplant, deren Energie optimal genutzt werden soll.
  • Der Netzanschluss kann grundsätzlich nicht ausgebaut werden, weil das lokale Netz keine Kapazitäten hat.
  • Das Unternehmen möchte Flexibilität behalten, zum Beispiel bei einem Mietobjekt.

Ein Netzausbau kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein, zum Beispiel bei sehr großen Flotten mit dauerhaft hohem Ladebedarf an einem eigenen Standort. Hier empfiehlt sich eine individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse.

Wie lange dauert die Installation eines gepufferten Ladesystems?

Die Installation eines batteriegepufferten Ladesystems dauert in der Regel drei bis sechs Monate, vom ersten Planungsgespräch bis zur Inbetriebnahme. Das ist deutlich schneller als ein klassischer Netzausbau, der häufig zwei bis fünf Jahre in Anspruch nimmt.

Der Ablauf gliedert sich typischerweise in folgende Phasen:

  1. Analyse und Planung: Bestandsaufnahme des Netzanschlusses, der Ladebedarfe und der Standortgegebenheiten. Dauer: zwei bis vier Wochen.
  2. Genehmigung: Abstimmung mit dem Netzbetreiber und Einholung notwendiger Genehmigungen. Dauer: vier bis acht Wochen.
  3. Lieferung und Montage: Aufstellung des Speichers, Installation der Ladepunkte und Inbetriebnahme der Steuerungssoftware. Dauer: zwei bis vier Wochen.

Die genaue Dauer hängt von der Komplexität des Standorts und der Verfügbarkeit von Genehmigungsbehörden ab. In unkomplizierten Fällen ist eine Inbetriebnahme in weniger als drei Monaten möglich.

Wie Bnewable beim Elektrifizieren des Fuhrparks unterstützt

Wir begleiten Logistik- und Transportunternehmen von der ersten Analyse bis zum laufenden Betrieb, ohne dass Sie selbst investieren oder technisches Know-how aufbauen müssen. Als Komplettanbieter übernehmen wir die gesamte Umsetzung: Planung, Genehmigung, Installation und Betrieb des Speichers direkt an Ihrem Standort.

  • Batteriespeicher als Puffer für leistungsfähige Ladehubs, auch bei begrenztem Netzanschluss
  • Intelligente Steuerung über unsere Softwareplattform Voltana, die Lastspitzen reduziert und Ladezyklen optimiert
  • Kein Eigenkapitaleinsatz durch unser Betreibermodell: Sie zahlen für genutzte Leistung, nicht für die Anlage
  • Schnellere Umsetzung im Vergleich zu klassischem Netzausbau, typischerweise in drei bis sechs Monaten
  • Ein Ansprechpartner für die gesamte Lösung, vom ersten Gespräch bis zum laufenden Betrieb

Wenn Sie konkret prüfen möchten, ob ein batteriegepufferter Ladehub für Ihren Standort geeignet ist, sprechen Sie uns an. Bnewable hat bereits mehrere Projekte für gewerbliche Ladeinfrastruktur umgesetzt und kennt die typischen Herausforderungen in der Branche. Nehmen Sie gerne ein Beratungsgespräch mit uns auf.

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