Stromkosten in der Produktion senken: Wo fängt man an?

Jessica Koeferl ·
Fabrikhalle von unten fotografiert, Industriemaschinen als Silhouetten vor hohen Fenstern im goldenen Nachmittagslicht, Kabeltrassen und Schaltschrank sichtbar.

Stromkosten in der Produktion zu senken, beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: Wo entsteht der größte Kostendruck, und welche Hebel stehen zur Verfügung? Für die meisten Industriebetriebe liegen die größten Einsparpotenziale nicht beim Strompreis selbst, sondern in der Art und Weise, wie Strom verbraucht und abgerechnet wird. Lastspitzen, ungünstige Netzentgelte und ungenutzte Flexibilität sind die drei Hauptkostentreiber – und sie lassen sich mit dem richtigen Wissen gezielt angehen.

Warum sind die Stromkosten in der Produktion so hoch?

Stromkosten in der Produktion setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen: dem Arbeitspreis für verbrauchte Kilowattstunden, dem leistungsabhängigen Netzentgelt für die maximale Lastspitze, Steuern und Umlagen sowie gegebenenfalls Ausgleichsenergiekosten. Gerade das leistungsabhängige Netzentgelt ist für viele Industriebetriebe ein unterschätzter Kostentreiber.

In der Praxis bedeutet das: Selbst wenn ein Betrieb seinen Gesamtverbrauch reduziert, können die Netzentgelte konstant hoch bleiben, wenn die Lastspitze nicht sinkt. Der Arbeitspreis macht zwar einen großen Teil der Rechnung aus, aber das Netzentgelt wird oft nach der höchsten gemessenen Viertelstundenleistung im Jahr oder im Monat berechnet. Eine kurze, intensive Spitze reicht aus, um den Leistungspreis für den gesamten Zeitraum festzulegen.

Hinzu kommen steigende Beschaffungspreise, volatile Spotmärkte und wachsende Anforderungen an die Eigenversorgung. Für energieintensive Produktionsbetriebe mit unregelmäßigen Lastprofilen, wie sie in der Fertigung, Kühlung oder Logistik typisch sind, summieren sich diese Faktoren zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil.

Was sind Lastspitzen und warum kosten sie so viel?

Eine Lastspitze ist der Moment, in dem ein Betrieb kurzfristig besonders viel elektrische Leistung aus dem Netz bezieht, typischerweise gemessen als Viertelstundenmittelwert in Kilowatt (kW). Viele Netzbetreiber berechnen einen Teil der Netzentgelte auf Basis dieser maximalen Spitzenleistung, nicht auf Basis des Gesamtverbrauchs.

Das macht Lastspitzen so teuer: Tritt eine hohe Spitze nur einmal im Monat auf, wird sie trotzdem für die gesamte Abrechnungsperiode als Bemessungsgrundlage herangezogen. Ein Betrieb, der 350 kW als Spitze hat, zahlt deutlich mehr Netzentgelt als ein vergleichbarer Betrieb mit 250 kW Spitze, selbst wenn der Gesamtverbrauch ähnlich ist.

Lastspitzen entstehen häufig durch das gleichzeitige Anlaufen von Maschinen, Anfahrvorgänge nach Pausen oder Schichtwechseln sowie durch schlecht koordinierte Produktionsabläufe. In Logistikbetrieben kommen Ladeinfrastruktur für Flurförderzeuge oder Kälteanlagen als weitere Spitzentreiber hinzu. Wer diese Muster kennt, kann sie gezielt steuern.

Ungekappte Lastspitzen treiben Ihre Netzentgelte dauerhaft in die Höhe

Viele Produktionsbetriebe zahlen einen erheblichen Teil ihrer Stromrechnung nicht für den tatsächlich verbrauchten Strom, sondern für die höchste Leistungsspitze, die im Abrechnungszeitraum gemessen wurde. Eine einzige Spitze, ausgelöst durch das gleichzeitige Anlaufen mehrerer Maschinen, kann die Netzentgelte für den gesamten Monat oder sogar das gesamte Jahr bestimmen. Das Ziel ist daher klar: diese Spitzen gezielt kappen, bevor sie in der Abrechnung auftauchen.

Fehlende Transparenz über das eigene Lastprofil blockiert jede Optimierung

Wer nicht weiß, wann und warum Lastspitzen entstehen, kann sie nicht abbauen. Viele Betriebe haben keinen detaillierten Blick auf ihr Verbrauchsprofil: keine Auflösung nach Viertelstundenwerten, keine Zuordnung zu einzelnen Anlagen oder Schichten. Das Ergebnis: Optimierungsmaßnahmen greifen ins Leere oder werden gar nicht erst eingeleitet. Der erste konkrete Schritt ist deshalb immer eine Lastanalyse auf Basis von Verbrauchsdaten, die zeigt, wo die Spitzen liegen, wie regelmäßig sie auftreten und wie hoch das Einsparpotenzial tatsächlich ist.

Welche Maßnahmen senken Stromkosten in der Produktion am schnellsten?

Die wirksamsten Maßnahmen zur Kostensenkung greifen direkt an den größten Kostenpositionen an. Entscheidend ist dabei, zunächst zu verstehen, welche Verbraucher wann und wie viel Leistung ziehen – erst dann lassen sich die richtigen Hebel identifizieren.

Konkret bedeutet das:

  • Lastmanagement: Das Verschieben oder zeitliche Entzerren von Verbrauchern, die nicht gleichzeitig laufen müssen, reduziert die Spitzenleistung ohne Produktionseinbußen.
  • PV-Eigenverbrauchsoptimierung: Wer Solarstrom erzeugt, sollte sicherstellen, dass dieser vorrangig für den Eigenverbrauch genutzt wird, besonders in Zeiten hoher Netzpreise.
  • Tarifoptimierung: Ein Wechsel auf zeitvariable Tarife oder die Teilnahme an Demand-Response-Programmen kann zusätzliche Einsparungen bringen, erfordert aber Flexibilität im Betrieb.
  • Technische Spitzenkappung: Für Betriebe mit ausgeprägten, schwer vermeidbaren Lastspitzen gibt es technische Lösungen, die in kritischen Momenten Leistung bereitstellen und den Netzbezug begrenzen.

Welche Maßnahme am schnellsten wirkt, hängt vom individuellen Lastprofil ab. Eine Lastanalyse auf Basis von Viertelstundenwerten zeigt, wo der größte Hebel liegt.

Wo fängt man konkret an, Stromkosten in der Produktion zu senken?

Der erste Schritt ist die Auswertung der eigenen Verbrauchsdaten auf Viertelstundenbasis, idealerweise über mindestens zwölf Monate. Diese Daten zeigen, wann Lastspitzen auftreten, wie regelmäßig sie sind und wie hoch das Einsparpotenzial durch Kappung wäre. Ohne diese Datenbasis bleibt jede Maßnahme ein Schuss ins Blaue.

Konkret empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  1. Verbrauchsdaten beschaffen: Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber oder über das eigene Energiemanagementsystem anfordern.
  2. Lastprofil analysieren: Spitzen identifizieren, Ursachen zuordnen, Einsparpotenzial abschätzen.
  3. Netzentgeltstruktur prüfen: Welchen Anteil macht der Leistungspreis aus? Wie wird er berechnet?
  4. Maßnahmen priorisieren: Welche Hebel sind kurzfristig umsetzbar, welche erfordern Investitionen?
  5. Wirtschaftlichkeit prüfen: Für größere Maßnahmen eine fundierte Wirtschaftlichkeitsrechnung erstellen lassen.

Viele Betriebe unterschätzen, wie viel Einsparpotenzial bereits in ihren vorhandenen Daten steckt. Der Aufwand für eine erste Analyse ist gering, der Erkenntnisgewinn dagegen oft erheblich.

Wann lohnt sich eine technische Lösung zur Lastspitzenkappung?

Für Betriebe, bei denen organisatorische Maßnahmen allein nicht ausreichen, um Lastspitzen zuverlässig zu begrenzen, kommen technische Lösungen in Betracht. Industrielle Batteriespeicher (Battery Energy Storage Systems, BESS) sind dabei ein etablierter Ansatz: Sie laden sich in verbrauchsarmen Phasen auf und geben Energie gezielt ab, wenn der Betrieb hohe Leistung benötigt. Dadurch wird die Spitzenleistung aus dem öffentlichen Netz begrenzt, was die leistungsabhängigen Netzentgelte direkt senkt.

Ein solches System wird über ein Energiemanagementsystem (EMS) gesteuert, das kontinuierlich das Lastprofil analysiert und in Echtzeit auf drohende Spitzen reagiert. Nähert sich der Netzbezug einem definierten Schwellenwert, springt der Speicher automatisch ein – ohne dass der Betrieb manuell eingreifen muss.

Über die Lastspitzenkappung hinaus kann ein Batteriespeicher weitere Funktionen übernehmen: Er kann überschüssigen PV-Strom zwischenspeichern, an Regelenergiemärkten teilnehmen und als Notstromreserve dienen. Die Kombination dieser Funktionen verbessert die Wirtschaftlichkeit des Systems erheblich.

In der Regel lohnt sich ein solches System für Produktionsbetriebe mit einem Jahresstromverbrauch ab etwa 500.000 kWh, ausgeprägten Lastspitzen und einem hohen Anteil leistungsabhängiger Netzentgelte. Für Logistikbetriebe mit Elektrofahrzeugflotten oder intensiver Kühlung gelten ähnliche Voraussetzungen. Eine belastbare Aussage zur Wirtschaftlichkeit erfordert jedoch immer eine individuelle Analyse des Lastprofils und der Netzentgeltstruktur.

Wie Bnewable bei der Senkung der Stromkosten in der Produktion unterstützt

Wer nach einer Analyse seines Lastprofils feststellt, dass ein Batteriespeicher wirtschaftlich sinnvoll wäre, steht häufig vor der Frage: Wie setzt man ein solches Projekt um, ohne erhebliche Investitionen zu tätigen oder eigene Kapazitäten zu binden? Genau hier setzt Bnewable an.

  • Keine Investitionskosten: Wir finanzieren, planen und bauen den Batteriespeicher auf Ihrem Gelände. Sie tragen kein Investitionsrisiko.
  • Komplettlösung aus einer Hand: Wir übernehmen Planung, Genehmigung, Netzanschluss, Installation und Betrieb. Ihr Betrieb läuft während der Umsetzung ungestört weiter.
  • Intelligente Steuerung durch Voltana: Unsere proprietäre Softwareplattform optimiert den Speichereinsatz kontinuierlich – für Lastspitzenkappung, PV-Eigenverbrauch und Marktintegration.
  • Messbare Ergebnisse: Reduzierte Netzentgelte, niedrigere Energiekosten und zusätzliche Erlöse durch die Teilnahme an Regelenergiemärkten.
  • Ein Ansprechpartner: Keine Abstimmung zwischen verschiedenen Dienstleistern. Wir sind für die gesamte Lösung verantwortlich.

Wenn Sie wissen möchten, wie hoch das Einsparpotenzial in Ihrem Betrieb konkret ist, starten Sie mit einer Projektanfrage. Unser Team analysiert Ihr Lastprofil und zeigt Ihnen, was mit einem Batteriespeicher von Bnewable möglich ist.

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