Ein Batteriespeicher ist ein System, das elektrische Energie speichert und bei Bedarf wieder abgibt. Für Industrieunternehmen bedeutet das konkret: Strom, der günstig bezogen oder selbst erzeugt wurde, lässt sich zwischenspeichern und dann gezielt einsetzen, wenn der Bedarf hoch oder der Preis hoch ist. Das reduziert Energiekosten, senkt Lastspitzen und eröffnet zusätzliche Erlösmöglichkeiten am Strommarkt.
Ungeplante Lastspitzen kosten Sie jeden Monat bares Geld
Viele Industrieunternehmen zahlen einen erheblichen Teil ihrer Netzentgelte nicht für die verbrauchte Strommenge, sondern für die höchste Leistungsspitze, die innerhalb eines Abrechnungszeitraums auftritt. Schalten mehrere Maschinen gleichzeitig ein, steigt diese Spitze kurzfristig stark an, und der erhöhte Leistungspreis gilt für den gesamten Monat. Ein Batteriespeicher kann diese Spitze aktiv kappen, indem er in solchen Momenten Energie aus dem Speicher einspeist und den Netzbezug begrenzt.
Selbst erzeugter PV-Strom verpufft ohne Speicher im falschen Moment
Photovoltaikanlagen erzeugen Strom dann, wenn die Sonne scheint, nicht unbedingt dann, wenn der Betrieb ihn braucht. Ohne Speicher wird überschüssiger PV-Strom zu niedrigen Einspeisevergütungen ins Netz abgegeben, während zu Spitzenlastzeiten teurer Netzstrom bezogen wird. Ein gewerblicher Batteriespeicher schließt diese Lücke: Er nimmt den PV-Überschuss auf und gibt ihn genau dann ab, wenn der Eigenverbrauch am wirtschaftlichsten ist.
Was ist ein Batteriespeicher und wie funktioniert er?
Ein Batteriespeicher, im Englischen auch Battery Energy Storage System (BESS) genannt, ist ein System, das elektrische Energie in chemischer Form speichert und bei Bedarf wieder als Strom abgibt. Kernkomponenten sind die Batteriezellen, ein Wechselrichter, ein Energiemanagementsystem (EMS) und in größeren Anlagen ein Transformator.
Der Wechselrichter wandelt Strom in beide Richtungen um: beim Laden von Wechselstrom (AC) in Gleichstrom (DC), beim Entladen zurück von DC in AC. Er erfasst dabei kontinuierlich alle relevanten Leistungsdaten wie Stromstärke, Spannung, Temperatur und Frequenz. Diese Daten fließen in das EMS, das als Steuereinheit des gesamten Systems fungiert.
Das EMS optimiert Lade- und Entladevorgänge auf Basis von Strompreisen, Netzbedingungen und dem aktuellen Energieverbrauch des Betriebs. Bei industriellen Großspeichern kommt zusätzlich ein Transformator zum Einsatz, der die Spannung von der Niederspannungsebene (400 V AC) auf die Mittelspannungsebene (zum Beispiel 20 kV) anhebt, um eine Netzanbindung in größerem Maßstab zu ermöglichen.
Welche Arten von Batteriespeichern gibt es?
Die gängigsten Batteriespeichertechnologien für den gewerblichen und industriellen Einsatz sind Lithium-Ionen-Batterien, Blei-Säure-Batterien und Redox-Flow-Batterien. Lithium-Ionen-Systeme dominieren den Markt aufgrund ihrer hohen Energiedichte, langen Lebensdauer und guten Skalierbarkeit.
Im industriellen BESS-Kontext sind folgende Technologien relevant:
- Lithium-Ionen (Li-Ion): Hohe Energiedichte, schnelle Lade- und Entladezyklen, weit verbreitet in gewerblichen und industriellen Speichersystemen. Geeignet für Lastspitzenmanagement und Strommarktintegration.
- Blei-Säure: Günstige Anschaffungskosten, aber geringere Lebensdauer und niedrigere Energiedichte. Heute im industriellen Umfeld weitgehend durch Li-Ion verdrängt.
- Redox-Flow-Batterien: Hohe Zyklenfestigkeit und gute Skalierbarkeit bei langen Speicherdauern. Für bestimmte Anwendungen mit stundenlangem Energiebedarf geeignet, aber höhere Systemkomplexität.
Für die meisten industriellen Anwendungen, insbesondere Lastspitzenreduktion und Teilnahme am Regelenergiemarkt, sind Lithium-Ionen-Systeme heute die wirtschaftlich sinnvollste Wahl.
Wie hilft ein Batteriespeicher bei der Senkung von Energiekosten?
Ein Batteriespeicher senkt Energiekosten auf drei Wegen: Er reduziert die Leistungsspitze im Netzbezug, erhöht den Eigenverbrauch günstiger oder selbst erzeugter Energie und ermöglicht die Teilnahme an Energiemärkten, aus denen zusätzliche Erlöse entstehen können.
Der größte Hebel für viele Industrieunternehmen ist die Lastspitzenreduktion. Netzentgelte enthalten in der Regel eine leistungsabhängige Komponente, die sich nach der höchsten gemessenen Leistungsspitze richtet. Senkt der Speicher diese Spitze dauerhaft, sinkt auch dieser Kostenblock, und zwar monatlich wiederkehrend.
Zusätzlich lässt sich der Speicher nutzen, um Strom dann aus dem Netz zu beziehen, wenn er günstig ist, und ihn zu Hochpreiszeiten aus dem Speicher zu entnehmen. Dieses Prinzip nennt sich Arbitrage und setzt voraus, dass variable oder zeitvariable Stromtarife genutzt werden.
Schließlich können industrielle Batteriespeicher an Märkten für Systemdienstleistungen teilnehmen, zum Beispiel am Regelenergiemarkt. Dort werden Erlöse dafür erzielt, dass der Speicher auf Anforderung des Netzbetreibers kurzfristig Leistung bereitstellt oder aufnimmt. Die Steuerung dieser Marktintegration übernimmt typischerweise ein intelligentes EMS.
Wann lohnt sich ein Batteriespeicher für Industrieunternehmen?
Ein Batteriespeicher lohnt sich für Industrieunternehmen typischerweise dann, wenn der Stromverbrauch hoch und unregelmäßig ist, relevante Leistungsspitzen auftreten oder eine Photovoltaikanlage vorhanden ist, deren Ertrag nicht vollständig selbst verbraucht wird.
Konkrete Hinweise auf eine wirtschaftliche Eignung sind:
- Hohe Netzentgelte mit einem signifikanten Leistungspreisanteil
- Stark schwankende Lastprofile durch parallelen Maschinenbetrieb oder Anlaufströme
- Bestehende oder geplante PV-Anlage mit Überschusseinspeisung
- Interesse an der Teilnahme an Regelenergie- oder Spotmärkten
- Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen oder zur Erhöhung der Energieautarkie
Die Wirtschaftlichkeit hängt von der Anlagengröße, dem Lastprofil, den lokalen Netzentgelten und dem gewählten Betriebsmodell ab. Eine detaillierte Potenzialanalyse auf Basis realer Verbrauchsdaten ist der sinnvolle erste Schritt, bevor eine Investitionsentscheidung getroffen wird.
Was ist der Unterschied zwischen Batteriespeichern und anderen Energiespeichern?
Der wesentliche Unterschied liegt in Reaktionsgeschwindigkeit, Skalierbarkeit und Anwendungsbereich. Batteriespeicher reagieren in Millisekunden, sind modular aufbaubar und eignen sich für kurzfristige bis mittelfristige Speicheraufgaben. Andere Speichertechnologien wie Pumpspeicherkraftwerke oder Wasserstoffspeicher haben andere Stärken und Grenzen.
Im direkten Vergleich:
- Pumpspeicherkraftwerke: Hohe Kapazität und lange Lebensdauer, aber standortabhängig und nicht am Unternehmensstandort realisierbar. Für industrielle Einzelbetriebe nicht relevant.
- Wasserstoffspeicher: Geeignet für saisonale oder langfristige Speicherung, aber mit niedrigem Wirkungsgrad und hohen Systemkosten. Heute im industriellen Alltag noch selten wirtschaftlich.
- Schwungmassenspeicher (Flywheel): Sehr schnelle Reaktion, aber begrenzte Energiemenge. Geeignet für Kurzzeitspeicherung und Frequenzregelung, nicht für Lastspitzenmanagement über Minuten oder Stunden.
- Batteriespeicher (BESS): Flexibel skalierbar, schnell reagierend, für viele industrielle Anwendungsfälle wirtschaftlich darstellbar und direkt am Unternehmensstandort installierbar.
Für Industrieunternehmen, die Lastspitzen kappen, Eigenverbrauch optimieren oder an Energiemärkten teilnehmen wollen, sind Batteriespeicher heute die praktisch relevanteste Speichertechnologie.
Wie wird ein gewerblicher Batteriespeicher installiert und betrieben?
Die Installation eines gewerblichen Batteriespeichers umfasst Planung, Genehmigung, bauliche Umsetzung und Inbetriebnahme. Der laufende Betrieb erfolgt weitgehend automatisiert über ein Energiemanagementsystem. Je nach Anlagengröße dauert der gesamte Prozess typischerweise mehrere Monate.
Die wesentlichen Schritte im Überblick:
- Potenzialanalyse und Planung: Analyse des Lastprofils, Dimensionierung des Systems, Auswahl des Standorts auf dem Betriebsgelände.
- Genehmigung: Batteriespeicher sind genehmigungspflichtige Infrastrukturprojekte. Je nach Größe und Standort sind Baugenehmigung, Bebauungsplanprüfung sowie Nachweise zu Brandschutz, Lärmschutz und Netzanschluss erforderlich. Die rechtlichen Rahmenbedingungen variieren je nach Bundesland.
- Bauliche Umsetzung: Typischerweise in Containerbauweise, mit baulicher Trennung von Batterien, Wechselrichtern und Transformatoren. Ausreichende Abstände zu benachbarten Gebäuden und ein Brandschutzkonzept sind Voraussetzung.
- Netzanschluss und EMS-Integration: Anbindung an das Betriebsnetz, Integration des Energiemanagementsystems und Konfiguration der Betriebsstrategie.
- Inbetriebnahme und laufender Betrieb: Das EMS übernimmt die automatisierte Steuerung. Regelmäßige Wartung und Monitoring sichern Verfügbarkeit und Lebensdauer der Anlage.
Ein wichtiger Aspekt ist der Brandschutz: Nach aktuellem Stand der Technik werden Sicherheitsabstände von fünf bis zehn Metern zu benachbarten Gebäuden empfohlen. Eine automatische Brandmeldeanlage und eine eindeutige Kennzeichnung für die Feuerwehr sind ebenfalls Teil des Sicherheitskonzepts. Der laufende Betrieb des Unternehmens wird durch die Installation bei professioneller Projektsteuerung typischerweise nicht unterbrochen.
Wie Bnewable Sie bei Ihrem Batteriespeicherprojekt unterstützt
Wir übernehmen als Komplettanbieter die gesamte Umsetzung eines gewerblichen Batteriespeichers an Ihrem Standort, von der ersten Potenzialanalyse bis zum laufenden Betrieb. Sie müssen kein internes Know-how aufbauen und tragen kein Investitionsrisiko.
Was wir konkret für Sie leisten:
- Analyse Ihres Lastprofils und Dimensionierung des optimalen BESS
- Übernahme aller Genehmigungsverfahren inklusive Baurecht, Brandschutz und Netzanschluss
- Planung, Bau und Inbetriebnahme der Anlage direkt an Ihrem Betriebsstandort
- Intelligente Steuerung über unsere EMS-Software Voltana zur Lastspitzenreduktion, PV-Optimierung und Marktintegration
- Laufender Betrieb und Wartung, ohne zusätzlichen Aufwand für Ihr Team
- Kein Kapitaleinsatz Ihrerseits, kein Betriebsrisiko
Wenn Sie prüfen möchten, ob ein Batteriespeicher für Ihren Betrieb wirtschaftlich sinnvoll ist, sprechen Sie uns über eine Projektanfrage an.
Ähnliche Artikel
- Wie funktioniert Peak Shaving mit einem Batteriespeicher?
- Wie haben sich die Stromkosten für Industrieunternehmen in den letzten 10 Jahren entwickelt?
- Warum sind Energiekosten für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie entscheidend?
- Was ist der Unterschied zwischen Netzanschluss und Netzkapazität?
- Was ist ein BESS und wie unterscheidet es sich von einem normalen Speicher?





