Wie lassen sich Stromkosten in der Logistik senken?

Stromkosten gehören in der Logistik zu den größten und am schwierigsten kontrollierbaren Betriebskosten. Anders als in vielen anderen Branchen hängen die Energiekosten in Logistikbetrieben nicht allein vom Gesamtverbrauch ab – ein oft übersehener Mechanismus in der Stromabrechnung sorgt dafür, dass selbst kurze Leistungsspitzen die monatliche Rechnung dauerhaft in die Höhe treiben. Wer verstehen will, wo das Geld wirklich verloren geht, muss zunächst die Struktur der Energiekosten in der Logistik kennen.

Warum sind Stromkosten in der Logistik so hoch?

Logistikbetriebe zahlen typischerweise zwei Komponenten in ihrer Stromrechnung: einen verbrauchsabhängigen Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde und einen leistungsabhängigen Preis in Euro pro Kilowatt. Letzterer richtet sich nach dem höchsten 15-Minuten-Mittelwert der bezogenen Leistung im Abrechnungsmonat. Wer an einem einzigen Tag eine hohe Spitze verursacht, zahlt dafür den gesamten Monat – unabhängig davon, wie niedrig der Verbrauch in der restlichen Zeit war.

Erschwerend kommt hinzu, dass Logistikzentren zunehmend Elektro-Stapler, automatisierte Sortiersysteme und Schnellladeinfrastruktur betreiben. All das erhöht die Gleichzeitigkeit des Strombedarfs und damit das Risiko hoher Lastspitzen. Ohne aktives Lastmanagement steigen die Kosten mit jeder Erweiterung des Betriebs weiter an.

Was sind Lastspitzen und wie entstehen sie in Logistikbetrieben?

Eine Lastspitze entsteht, wenn kurzfristig besonders viel elektrische Leistung gleichzeitig abgerufen wird. In Logistikbetrieben passiert das typischerweise beim gleichzeitigen Anlaufen von Förderbändern, beim Laden mehrerer Elektrofahrzeuge zur selben Zeit oder beim Hochfahren von Kühlaggregaten nach einer Unterbrechung.

Netzbetreiber messen den Leistungsbezug in 15-Minuten-Intervallen. Der höchste dieser Messwerte innerhalb eines Monats bestimmt den Leistungspreis. Das bedeutet: Eine einzelne, kurze Spitze – ausgelöst durch das gleichzeitige Einschalten mehrerer Verbraucher – kann die Energiekosten für den gesamten Monat in die Höhe treiben, auch wenn der Durchschnittsverbrauch niedrig ist.

Besonders kritisch sind Schichtwechsel, Anlieferungsspitzen am Morgen und der gleichzeitige Betrieb von Kühlung und Ladeinfrastruktur. Diese Muster lassen sich in vielen Betrieben durch eine Lastganganalyse sichtbar machen. Erst wenn die Spitzen identifiziert sind, lassen sich gezielte Maßnahmen zur Reduzierung planen.

Ungeplante Lastspitzen kosten jeden Monat bares Geld

In vielen Logistikbetrieben entstehen Lastspitzen nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus der Struktur des Betriebs: Tore öffnen, Förderbänder starten, Ladeinfrastruktur für Stapler zieht Strom. Wenn das gleichzeitig passiert, schlägt die Leistungsspitze im Abrechnungssystem zu. Das Problem: Diese eine Spitze bestimmt den Leistungspreis für den gesamten Monat.

Viele Unternehmen optimieren ihre Beschaffungspreise, lassen den Leistungsanteil der Netzentgelte jedoch unangetastet. Dabei liegt genau dort oft das größte Einsparpotenzial. Netzentgelte steigen in Deutschland seit Jahren und machen in energieintensiven Logistikbetrieben einen wachsenden Anteil der Gesamtenergiekosten aus – mit direkten Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Standorte.

Wie lassen sich Lastspitzen in der Logistik gezielt kappen?

Grundsätzlich gibt es drei Ansätze, um Lastspitzen zu reduzieren: die zeitliche Verschiebung von Verbrauchern, die Steuerung der Ladereihenfolge bei Elektrofahrzeugen und den technischen Ausgleich von Spitzen durch Zwischenspeicherung. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen hängt stark vom jeweiligen Betrieb ab.

Die zeitliche Verschiebung funktioniert, wenn Prozesse flexibel planbar sind. Kühlaggregate lassen sich in Grenzen vorausschauend steuern, Ladevorgänge von Staplern können gestaffelt werden. Diese organisatorischen Maßnahmen helfen, sind aber in der Praxis begrenzt, weil Logistikprozesse oft wenig Spielraum lassen.

Ergänzend dazu kann ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS) den Leistungsbezug in Echtzeit überwachen und steuernd eingreifen, bevor eine Spitze im Messsystem erfasst wird. Solche Systeme sind heute in verschiedenen Ausprägungen verfügbar – von einfachen Lastmanagementlösungen bis hin zu vollintegrierten Ansätzen, die mehrere Stellschrauben gleichzeitig adressieren.

Wie können Logistikunternehmen zusätzliche Erlöse aus dem Strommarkt erzielen?

Neben der Kostensenkung gibt es für Logistikunternehmen mit geeigneter Infrastruktur auch die Möglichkeit, aktiv Erlöse aus dem Strommarkt zu erzielen. Netzbetreiber benötigen jederzeit schnell verfügbare Leistung, um Schwankungen zwischen Stromerzeugung und Verbrauch auszugleichen. Wer diese Leistung bereitstellen kann, wird dafür vergütet.

Die häufigste Form ist die Frequenzregulierung über den Markt der Primärregelreserve (Frequency Containment Reserve, FCR) oder der Sekundärregelreserve (aFRR). Voraussetzung ist, dass die eingesetzte Technologie schnell genug reagiert und die Teilnahme am Markt nicht zulasten des eigentlichen Betriebszwecks geht. Kostensenkung und Erlösgenerierung lassen sich bei richtiger Auslegung parallel verfolgen.

Batteriespeicher als technische Lösung für Lastspitzen und Eigenverbrauch

Für Logistikbetriebe mit stark schwankenden Lastprofilen und hohem Leistungspreisanteil in der Stromrechnung hat sich der Einsatz von stationären Batteriespeichern als besonders wirksam erwiesen. Ein Speicher wird in Phasen niedriger Last geladen und gibt Energie gezielt dann ab, wenn eine Leistungsspitze droht – vollautomatisch, ohne Eingriff in den laufenden Betrieb.

Wer am Standort zusätzlich eine Photovoltaikanlage betreibt, profitiert doppelt: Der Speicher nimmt überschüssigen Solarstrom auf und gibt ihn dann ab, wenn er gebraucht wird. Das erhöht den Eigenverbrauchsanteil und reduziert den Netzbezug weiter. Beide Effekte – Lastspitzenkappung und erhöhter Eigenverbrauch – wirken direkt auf die Energiekosten.

Ob sich ein solches System wirtschaftlich lohnt, hängt vom individuellen Lastprofil ab. Eine Lastganganalyse auf Basis der Verbrauchsdaten der letzten zwölf Monate gibt zuverlässig Auskunft darüber, wie hoch das Einsparpotenzial tatsächlich ist und welche Systemgröße sinnvoll wäre.

Wie Bnewable Logistikunternehmen bei der Senkung von Stromkosten unterstützt

Wer den Schritt zur technischen Optimierung gehen möchte, muss das nicht zwingend mit eigenen Ressourcen stemmen. Bnewable arbeitet mit Logistik- und Industrieunternehmen zusammen, die ihre Energiekosten dauerhaft senken wollen, ohne selbst in Technik, Genehmigungen oder Betrieb investieren zu müssen.

  • Keine Investitionskosten: Bnewable finanziert, plant und baut den Batteriespeicher auf Ihrem Gelände. Sie tragen kein Kapitalrisiko.
  • Intelligente Steuerung: Die Software Voltana optimiert den Speichereinsatz kontinuierlich für Lastspitzenkappung, Eigenverbrauchserhöhung und Markterlöse.
  • Kein interner Aufwand: Der Betrieb läuft während der Installation ungestört weiter. Netzanschluss, Genehmigungen und laufender Betrieb werden vollständig übernommen.
  • Ein Ansprechpartner: Von der ersten Analyse bis zum laufenden Betrieb gibt es eine Kontaktstelle für alle Fragen.

Wenn Sie wissen möchten, wie hoch das Einsparpotenzial an Ihrem Standort konkret ist, sprechen Sie uns an. Unser Team analysiert Ihr Lastprofil und zeigt Ihnen, was sich wirtschaftlich realisieren lässt. Starten Sie mit einer Projektanfrage.

Ähnliche Artikel