Welche Maschinen in der Produktion verbrauchen am meisten Strom?

In der industriellen Produktion verbrauchen vor allem elektrische Antriebe, Kompressoren, Pressen und Schmelzöfen am meisten Strom. Diese Maschinen ziehen nicht nur dauerhaft hohe Leistung, sondern erzeugen beim Anlaufen kurzfristige Lastspitzen, die die Energiekosten erheblich in die Höhe treiben. Welche Maschinentypen konkret betroffen sind, warum Lastspitzen teurer sind als normaler Stromverbrauch und wie Sie gegensteuern können, zeigt dieser Artikel.

Welche Maschinentypen verursachen die größten Lastspitzen?

Die größten Lastspitzen in der Produktion entstehen durch Maschinen mit hohem Anlaufstrom oder stark schwankendem Leistungsbedarf. Dazu zählen vor allem elektrische Großmotoren, Kompressoren, hydraulische Pressen, Lichtbogenöfen und Schweißanlagen. Besonders kritisch ist der Moment des Einschaltens: Viele dieser Geräte ziehen beim Anlaufen ein Vielfaches ihrer Nennleistung.

Konkret sind folgende Maschinentypen für den Großteil der Lastspitzen in Produktionsbetrieben verantwortlich:

  • Elektrische Großmotoren und Antriebe: Sie treiben Förderbänder, Pumpen und Produktionsanlagen an. Beim Anlaufen können sie kurzzeitig das Drei- bis Sechsfache ihrer Nennleistung ziehen.
  • Kompressoren und Druckluftsysteme: In vielen Fertigungsbetrieben laufen mehrere Kompressoren parallel. Schalten sie gleichzeitig ein, entsteht eine erhebliche Leistungsspitze.
  • Hydraulische Pressen und Stanzmaschinen: Der Presshub erfordert kurzzeitig sehr hohe elektrische Leistung, die danach wieder abfällt.
  • Lichtbogenöfen und Induktionsheizungen: Besonders in der Metallverarbeitung entstehen durch diese Anlagen extreme, schwer planbare Leistungsspitzen.
  • Schweißanlagen und Laserschneidmaschinen: Auch diese Geräte haben einen hohen, impulsartigen Strombedarf.

Problematisch wird es, wenn mehrere dieser Maschinen gleichzeitig anlaufen, etwa zu Schichtbeginn oder nach einer Produktionspause. Dann addieren sich die Einzelspitzen zu einer Gesamtlastspitze, die das Netzentgelt für den gesamten Abrechnungsmonat bestimmt.

Wie viel Strom verbraucht eine typische Produktionsanlage im Jahr?

Der jährliche Stromverbrauch einer Produktionsanlage variiert stark je nach Branche, Anlagengröße und Auslastung. Kleine bis mittelgroße Fertigungsbetriebe verbrauchen typischerweise zwischen 500.000 und mehreren Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Energieintensive Industrien wie Metallverarbeitung, Chemie oder Kunststoffproduktion liegen häufig deutlich darüber.

Zur Einordnung: Ein mittelständischer Produktionsbetrieb mit rund 100 Mitarbeitenden und durchgehendem Schichtbetrieb kommt je nach Branche auf einen Jahresverbrauch von etwa 2 bis 10 Millionen kWh. Einzelne energieintensive Anlagen wie Schmelzöfen oder große Kompressorstationen können allein mehrere hunderttausend kWh pro Jahr verbrauchen.

Entscheidend für die Energiekosten ist jedoch nicht nur die verbrauchte Strommenge, sondern das Lastprofil: Wann wird wie viel Strom benötigt? Ein Betrieb mit gleichmäßigem Verbrauch zahlt bei gleicher Jahresenergiemenge oft deutlich weniger als ein Betrieb mit stark schwankenden Lastprofilen. Genau deshalb lohnt es sich, den Stromverbrauch in der Produktion systematisch zu analysieren und nicht nur die Gesamtmenge im Blick zu behalten.

Warum sind Lastspitzen teurer als der normale Stromverbrauch?

Lastspitzen sind teurer als normaler Stromverbrauch, weil viele Netzentgelte nicht nur nach der verbrauchten Strommenge (kWh), sondern auch nach der höchsten gemessenen Leistungsspitze (kW) im Abrechnungszeitraum berechnet werden. Dieses sogenannte leistungsgemessene Netzentgelt bedeutet: Eine einzige kurze Spitze kann die Netzentgeltkosten für einen gesamten Monat erhöhen.

Das Prinzip dahinter ist nachvollziehbar: Netzbetreiber müssen ihre Infrastruktur so dimensionieren, dass sie auch Spitzenlast sicher transportieren kann. Die Kosten dafür werden anteilig auf die Verbraucher umgelegt, die diese Spitzen verursachen. Für Industrieunternehmen bedeutet das: Selbst wenn eine Lastspitze nur wenige Minuten dauert, wirkt sie sich auf die Abrechnung des gesamten Monats aus.

In der Praxis kann der leistungsgemessene Anteil der Netzentgelte je nach Netzgebiet und Verbrauchsprofil einen erheblichen Teil der gesamten Energiekosten ausmachen. Wer seine Lastspitzen um 20 bis 30 Prozent reduziert, kann die Netzentgelte spürbar senken, ohne den eigentlichen Stromverbrauch zu verändern. Das macht das Lastspitzenmanagement zu einem der wirtschaftlich attraktivsten Hebel in der Energiekostenoptimierung für Produktionsbetriebe.

Welche Maschinen lassen sich am einfachsten in der Laststeuerung optimieren?

Am einfachsten lassen sich Maschinen optimieren, deren Betriebszeiten flexibel planbar sind und die keinen kontinuierlichen Prozess unterbrechen. Dazu zählen vor allem Kompressoren, Lüftungsanlagen, Kühlsysteme und Ladesysteme für Flurförderzeuge. Diese Anlagen können zeitlich verschoben oder gestaffelt gestartet werden, ohne die Produktion zu beeinträchtigen.

Gut optimierbare Anlagen

Kompressoren lassen sich durch intelligente Steuerung so takten, dass sie nicht gleichzeitig anlaufen. Kühl- und Klimaanlagen können in Zeiten niedrigerer Netzlast vorkühlen und in Spitzenlastzeiten gedrosselt werden. Ladesysteme für Gabelstapler oder andere Elektrofahrzeuge lassen sich auf lastärmere Zeiten verschieben, ohne den Betriebsablauf zu stören.

Schwerer optimierbare Anlagen

Schwieriger ist die Laststeuerung bei Maschinen, die direkt in den Produktionsprozess eingebunden sind, etwa Pressen, Schweißanlagen oder Schmelzöfen. Hier bestimmt der Produktionstakt den Strombedarf. Eine zeitliche Verschiebung ist oft nicht möglich, ohne die Fertigung zu unterbrechen. In diesen Fällen ist ein Batteriespeicher die effektivere Lösung, da er die Lastspitze abpuffert, ohne in den Prozess einzugreifen.

Wie kann ein Batteriespeicher den Stromverbrauch in der Produktion senken?

Ein Batteriespeicher senkt die Energiekosten in der Produktion, indem er Lastspitzen kappt und so die leistungsgemessenen Netzentgelte reduziert. Das System lädt sich in Zeiten geringer Netzlast auf und gibt Energie genau dann ab, wenn eine Lastspitze droht. Der tatsächliche Stromverbrauch bleibt gleich, aber die Spitzenlast sinkt.

Konkret funktioniert das so: Eine intelligente Steuerungssoftware überwacht das Lastprofil der Anlage in Echtzeit. Nähert sich der Verbrauch einem definierten Schwellenwert, speist der Batteriespeicher automatisch Strom ein und verhindert, dass die Spitze im Netz sichtbar wird. Für den Netzbetreiber und die Abrechnung sieht der Betrieb damit gleichmäßiger aus, als er tatsächlich ist.

Darüber hinaus bieten Batteriespeicher weitere wirtschaftliche Vorteile für Produktionsbetriebe:

  • Maximierung des Eigenverbrauchs: Betriebe mit eigener Photovoltaikanlage (PV-Anlage) können überschüssigen Solarstrom zwischenspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt nutzen, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen.
  • Teilnahme an Energiemärkten: Über sogenannte Regelenergiemärkte können Batteriespeicher zusätzliche Erlöse generieren, indem sie Netzdienstleistungen bereitstellen.
  • Erhöhte Versorgungssicherheit: Im Fall kurzer Netzunterbrechungen kann ein Speicher die Stromversorgung überbrücken und Produktionsausfälle vermeiden.

Wichtig ist, dass die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers immer vom konkreten Lastprofil des Betriebs abhängt. Je ausgeprägter und häufiger die Lastspitzen, desto schneller amortisiert sich das System. Eine sorgfältige Analyse des Verbrauchsprofils ist daher der erste Schritt vor jeder Investitionsentscheidung.

Wie Bnewable bei der Optimierung des Stromverbrauchs in der Produktion unterstützt

Wir bei Bnewable entwickeln und betreiben Batteriespeicherlösungen speziell für energieintensive Industrieunternehmen. Unser Ansatz deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Analyse Ihres Lastprofils über Planung, Genehmigung und Bau bis hin zum laufenden Betrieb der Anlage. Für Sie entsteht dabei kein Investitionsrisiko und kein zusätzlicher interner Aufwand.

  • Lastspitzenkappung: Unsere proprietäre Software Voltana steuert den Batteriespeicher in Echtzeit und verhindert, dass Lastspitzen im Netz sichtbar werden.
  • Senkung der Netzentgelte: Durch gezieltes Lastmanagement reduzieren wir den leistungsgemessenen Anteil Ihrer Energiekosten dauerhaft.
  • PV-Integration: Wir maximieren den Eigenverbrauch Ihres selbst erzeugten Solarstroms durch intelligente Speichersteuerung.
  • Marktintegration: Wir erschließen zusätzliche Erlösquellen durch die Teilnahme Ihrer Anlage an Regelenergiemärkten.
  • Kein Investitionsrisiko: Sie tragen weder die Investitionskosten noch das Betriebsrisiko. Wir übernehmen beides.

Wenn Sie wissen möchten, welches Einsparpotenzial in Ihrem Betrieb steckt, sprechen Sie uns gerne an. Ein Beratungsgespräch gibt Ihnen schnell Klarheit darüber, ob und wie ein Batteriespeicher für Ihre Produktion wirtschaftlich sinnvoll ist.

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