PV und Peak Shaving kombinieren: Wie funktioniert das in der Praxis?

Photovoltaik-Anlagen erzeugen Strom dann, wenn die Sonne scheint. Industriebetriebe verbrauchen Strom dann, wenn Maschinen laufen, Kühlanlagen arbeiten oder Fahrzeuge geladen werden. Diese beiden Kurven fallen selten zusammen. Genau hier entsteht eine wirtschaftliche Lücke, die viele Unternehmen noch nicht vollständig schließen. Dieser Artikel erklärt, wie sich PV und Peak Shaving kombinieren lassen, wie ein Batteriespeicher dabei die Verbindung herstellt und welche Faktoren in der Praxis darüber entscheiden, wie viel Einsparpotenzial tatsächlich realisierbar ist.

Was ist Peak Shaving und wie hängt es mit Photovoltaik zusammen?

Peak Shaving bezeichnet die gezielte Reduzierung von Lastspitzen im Stromverbrauch eines Unternehmens. Eine Lastspitze entsteht, wenn mehrere Verbraucher gleichzeitig Strom ziehen und die bezogene Leistung kurzfristig stark ansteigt. Netzbetreiber messen diese Spitzen und berechnen auf Basis der höchsten gemessenen Leistung einen Leistungspreis, der einen erheblichen Teil der Netzentgelte ausmacht.

Photovoltaik allein reduziert diese Spitzen nur begrenzt. Eine PV-Anlage liefert Strom, wenn Sonneneinstrahlung vorhanden ist. Wenn die Lastspitze jedoch morgens beim Hochfahren der Produktion oder abends im Schichtbetrieb entsteht, leistet die PV-Anlage in diesem Moment wenig bis keinen Beitrag. Das Zusammenspiel von Photovoltaik und Peak Shaving funktioniert deshalb nur dann wirklich, wenn zwischen Erzeugung und Verbrauch ein Puffer existiert.

Dieser Puffer ist der Batteriespeicher. Er nimmt überschüssigen Solarstrom auf, wenn die PV-Anlage mehr erzeugt als das Unternehmen gerade verbraucht, und gibt diesen Strom gezielt dann ab, wenn eine Lastspitze droht. So entsteht ein System, das den Eigenverbrauch optimiert und gleichzeitig Lastspitzen reduziert.

Wie Lastspitzen und Solarertrag zeitlich auseinanderfallen

Ein typisches Industrieunternehmen hat seinen höchsten Strombedarf in den Morgenstunden, wenn die Produktion anläuft, und in den frühen Nachmittagsstunden, wenn alle Anlagen auf Volllast laufen. Die PV-Anlage erreicht ihre maximale Erzeugung hingegen zur Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht.

Konkret bedeutet das: Zwischen 7 und 9 Uhr morgens entsteht häufig die größte Lastspitze des Tages, während die PV-Anlage zu diesem Zeitpunkt noch kaum Leistung liefert. Umgekehrt erzeugt die Anlage zwischen 11 und 14 Uhr oft mehr Strom, als das Unternehmen verbraucht. Dieser Überschuss wird ohne Speicher entweder zu niedrigen Vergütungssätzen ins Netz eingespeist oder schlicht verschenkt.

Dieses zeitliche Auseinanderfallen ist kein Ausnahmefall, sondern der Normalzustand. Wer PV und Peak Shaving kombinieren möchte, muss diesen Versatz aktiv managen. Das gelingt nicht durch eine größere PV-Anlage, sondern durch intelligente Speicherung und Steuerung.

Wie ein Batteriespeicher die Lücke zwischen Erzeugung und Verbrauch schließt

Ein Batteriespeicher funktioniert in diesem Kontext wie ein Energiepuffer mit aktivem Zeitmanagement. Er lädt sich tagsüber mit dem PV-Überschuss auf und entlädt sich dann, wenn der Verbrauch steigt und eine Lastspitze droht.

Damit das funktioniert, braucht es mehr als nur eine Batterie. Eine intelligente Steuerungssoftware analysiert kontinuierlich den aktuellen Verbrauch, die Prognose für den Solarertrag und den Ladezustand des Speichers. Auf dieser Basis entscheidet sie, wann geladen und wann entladen wird. Ohne diese Steuerungslogik würde der Speicher entweder zu früh entladen oder nicht rechtzeitig für die nächste Lastspitze bereitstehen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Produktionshalle mit einer 200-kWp-PV-Anlage erzeugt zwischen 11 und 14 Uhr täglich einen Überschuss von rund 80 bis 120 kWh. Dieser Überschuss wird im Speicher zwischengelagert. Wenn um 15 Uhr eine zweite Schicht startet und der Verbrauch sprunghaft ansteigt, gibt der Speicher gezielt Leistung ab, bevor die Lastspitze den Leistungspreis in die Höhe treibt. Das Ergebnis: Der Netzbezug bleibt unter dem kritischen Schwellenwert, und der Leistungspreis sinkt.

Welche Faktoren bestimmen, wie viel Peak Shaving möglich ist?

Nicht jede Kombination aus PV-Anlage und Batteriespeicher erzielt das gleiche Ergebnis. Mehrere Faktoren bestimmen, wie viel Lastspitzenreduzierung in der Praxis realisierbar ist.

  • Größe und Ausrichtung der PV-Anlage: Eine nach Süden ausgerichtete Anlage erzeugt den Überschuss zur Mittagszeit. Ost-West-Ausrichtungen verteilen den Ertrag gleichmäßiger über den Tag und können in manchen Betriebsprofilen vorteilhafter sein.
  • Kapazität und Leistung des Speichers: Die Speicherkapazität bestimmt, wie viel Energie zwischengelagert werden kann. Die Entladeleistung bestimmt, wie schnell der Speicher auf eine Lastspitze reagieren kann. Beide Parameter müssen zum Lastprofil des Unternehmens passen.
  • Lastprofil des Unternehmens: Unternehmen mit gleichmäßigem Verbrauch profitieren anders als solche mit stark schwankenden Lasten. Betriebe mit klar definierten Lastspitzen, etwa durch Schichtbetrieb oder Kältemaschinen, haben in der Regel das größte Einsparpotenzial.
  • Netzentgeltstruktur: Der Leistungspreis variiert je nach Netzgebiet und Netzebene. Je höher der Leistungspreis, desto größer der wirtschaftliche Nutzen jeder reduzierten Kilowattstunde Spitzenlast.
  • Qualität der Steuerungssoftware: Eine präzise Prognose und schnelle Reaktionszeit der Steuerung sind wichtig, um Lastspitzen zuverlässig zu kappen, bevor sie entstehen.

PV, Speicher und Netzentgelte: Das Zusammenspiel in der Praxis

Netzentgelte setzen sich aus einem Arbeitspreis (pro verbrauchter Kilowattstunde) und einem Leistungspreis (pro Kilowatt gemessener Spitzenlast) zusammen. Für viele Industriebetriebe macht der Leistungspreis einen erheblichen Anteil der gesamten Netzentgeltrechnung aus. Wer diesen Anteil senkt, reduziert seine Energiekosten strukturell und dauerhaft.

Batteriespeicher Peak Shaving greift genau an diesem Punkt an. Indem der Speicher die Spitzenlast kappt, sinkt der abrechnungsrelevante Leistungswert. Gleichzeitig erhöht der Speicher den Eigenverbrauchsanteil des PV-Stroms, weil tagsüber erzeugter Strom nicht mehr ins Netz eingespeist, sondern für den Abend oder die nächste Lastspitze gespeichert wird.

Dieses Zusammenspiel erzeugt zwei voneinander unabhängige Einspareffekte: weniger Netzentgelte durch reduzierte Lastspitzen und niedrigere Strombezugskosten durch höheren Eigenverbrauch. In der Praxis verstärken sich diese Effekte gegenseitig, weil ein gut dimensionierter Speicher beide Ziele gleichzeitig verfolgen kann, sofern die Steuerung entsprechend konfiguriert ist.

Für Mittelständler, die bereits eine PV-Anlage betreiben oder planen, ist die Kombination mit einem Batteriespeicher deshalb keine rein technische Frage, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung. Die relevante Frage lautet nicht, ob sich ein Speicher rechnet, sondern wie er dimensioniert und gesteuert sein muss, damit er das maximale Einsparpotenzial ausschöpft.

Wie Bnewable bei PV und Peak Shaving unterstützt

Wir begleiten Industrieunternehmen dabei, PV-Anlagen und Batteriespeicher so zu kombinieren, dass beide Systeme ihr volles wirtschaftliches Potenzial entfalten. Als Komplettanbieter übernehmen wir die gesamte Umsetzung: von der Planung und Dimensionierung über Genehmigung und Bau bis zum laufenden Betrieb der Anlage direkt am Kundenstandort.

  • Individuelle Lastanalyse: Wir analysieren das Lastprofil Ihres Betriebs und identifizieren, wo und wann Lastspitzen entstehen und wie viel Einsparpotenzial realistisch erreichbar ist.
  • Intelligente Steuerung mit Voltana: Unsere proprietäre Software Voltana steuert den Speicher kontinuierlich und optimiert gleichzeitig Peak Shaving, Eigenverbrauch und, wo sinnvoll, die Teilnahme an Energiemärkten.
  • Kein Investitionsrisiko: Unternehmen erhalten die Lösung ohne eigene Kapitalinvestition. Wir tragen das Investitions- und Betriebsrisiko.
  • Ein Ansprechpartner: Von der ersten Analyse bis zum laufenden Betrieb koordinieren wir alle Schritte. Kein interner Aufwand, kein Koordinationsaufwand mit mehreren Dienstleistern.

Wenn Sie prüfen möchten, wie sich Bnewable Batteriespeicherlösungen in Ihren Betrieb integrieren lassen, sprechen Sie uns gerne an. Wir klären in einem ersten Beratungsgespräch, welches Einsparpotenzial für Ihr Unternehmen realistisch ist.

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