Einspeisevergütung oder Eigenverbrauch: Was ist für Industriebetriebe wirtschaftlicher?

Für die meisten Industriebetriebe ist der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom wirtschaftlich attraktiver als die Einspeisung ins Netz. Der Grund ist einfach: Die Einspeisevergütung liegt deutlich unter dem aktuellen Industriestrompreis, sodass jede selbst verbrauchte Kilowattstunde mehr wert ist als eine eingespeiste. Wie groß dieser Unterschied konkret ist und wann ein Batteriespeicher den entscheidenden Unterschied macht, zeigen die folgenden Abschnitte.

Wie hoch ist die aktuelle Einspeisevergütung für Industrieanlagen?

Die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) über 100 kWp liegt in Deutschland im Jahr 2026 typischerweise im Bereich von 7 bis 9 Cent pro Kilowattstunde. Für größere Anlagen ab 1 MWp, die an Ausschreibungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) teilnehmen, können die Vergütungssätze abweichen. Die genauen Werte werden regelmäßig durch die Bundesnetzagentur angepasst und sollten vor jeder Investitionsentscheidung aktuell geprüft werden.

Wichtig für Industriebetriebe: Die Vergütung gilt nur für Strom, der tatsächlich ins öffentliche Netz eingespeist wird. Selbst verbrauchter Strom fällt nicht darunter. Wer also eine große PV-Anlage betreibt und den Strom vollständig einspeist, erhält für jede Kilowattstunde einen vergleichsweise niedrigen Festpreis, unabhängig davon, wie hoch der Marktpreis gerade ist.

Was kostet Industriestrom im Vergleich zur Einspeisevergütung?

Industriestrom kostet in Deutschland im Jahr 2026 je nach Abnahmemenge, Netzentgelten und Vertragskonstellation typischerweise zwischen 18 und 28 Cent pro Kilowattstunde. Damit liegt der Bezugspreis zwei- bis dreimal höher als die aktuelle Einspeisevergütung. Diese Differenz ist der wirtschaftliche Kern der Eigenverbrauchsstrategie: Jede selbst erzeugte und direkt genutzte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzbezug.

Hinzu kommen Netzentgelte, Umlagen und Steuern, die den Bezugspreis weiter erhöhen. Wer Strom selbst erzeugt und sofort verbraucht, vermeidet diese Zusatzkosten vollständig. Die Einspeisevergütung hingegen deckt diese Kostenstruktur nicht ab. Der wirtschaftliche Vorteil des Eigenverbrauchs wächst also mit steigendem Strompreis.

Wann lohnt sich Eigenverbrauch mehr als Einspeisung?

Eigenverbrauch lohnt sich immer dann mehr als Einspeisung, wenn der Bezugspreis für Netzstrom deutlich über der Einspeisevergütung liegt. Das ist für Industriebetriebe in Deutschland aktuell fast durchgehend der Fall. Konkret gilt: Je höher der eigene Stromverbrauch während der Sonnenstunden, desto größer der wirtschaftliche Vorteil des Eigenverbrauchs.

Betriebe mit hohem Tagesverbrauch, zum Beispiel durch Produktionsmaschinen, Kühlanlagen oder Ladeinfrastruktur, profitieren besonders stark. Kritisch wird es, wenn Erzeugung und Verbrauch zeitlich auseinanderfallen, etwa wenn die PV-Anlage mittags Strom produziert, der Betrieb aber morgens und abends den höchsten Bedarf hat. In solchen Fällen wird ein Großteil des Solarstroms eingespeist, obwohl er intern wertvoller wäre.

Wie steigert ein Batteriespeicher den Eigenverbrauchsanteil?

Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil, indem er überschüssigen Solarstrom zwischenspeichert und dann bereitstellt, wenn der Bedarf im Betrieb steigt. Statt den Strom ins Netz einzuspeisen, wird er zu einem späteren Zeitpunkt intern genutzt. In der Praxis lassen sich Eigenverbrauchsquoten durch einen gut dimensionierten Speicher erheblich steigern.

Darüber hinaus kann ein intelligenter Batteriespeicher Lastspitzen glätten. Lastspitzen entstehen, wenn viele Verbraucher gleichzeitig anlaufen und kurzfristig hohe Leistung aus dem Netz ziehen. Diese Spitzen schlagen sich direkt im Leistungspreis der Stromrechnung nieder. Ein Speicher, der diese Spitzen abfedert, reduziert also nicht nur den Energiebezug, sondern auch die Netzentgelte.

Die Kombination aus erhöhtem Eigenverbrauch und Lastspitzenreduktion macht den Batteriespeicher für Industriebetriebe mit PV-Anlage wirtschaftlich besonders interessant.

Welche zusätzlichen Erlöse sind neben dem Eigenverbrauch möglich?

Neben dem Eigenverbrauch können Industriebetriebe mit einem Batteriespeicher zusätzliche Erlöse am Strommarkt erzielen. Die relevantesten Möglichkeiten sind die Teilnahme an Regelenergiemärkten sowie das Laden des Speichers bei niedrigen Strompreisen und das Entladen bei hohen Preisen.

  • Regelenergie: Netzbetreiber benötigen ständig Ausgleichsenergie, um das Stromnetz stabil zu halten. Batteriespeicher können diese Leistung bereitstellen und dafür vergütet werden, auch wenn der Speicher nicht aktiv entladen wird.
  • Arbitrage: An der Strombörse schwanken die Preise täglich stark. Ein Speicher, der bei niedrigen Preisen lädt und bei hohen Preisen entlädt oder einspeist, kann diese Differenz wirtschaftlich nutzen.
  • Netzdienstleistungen: Lokale Netzbetreiber vergüten in bestimmten Regionen die Bereitstellung von Flexibilität, um Netzengpässe zu vermeiden.

Diese Erlösquellen setzen eine intelligente Steuerungssoftware voraus, die den Speicher kontinuierlich optimiert und Marktchancen automatisch nutzt. Ohne eine solche Steuerung bleibt ein Großteil des wirtschaftlichen Potenzials ungenutzt.

Welches Modell ist für Industriebetriebe ohne Eigenkapital umsetzbar?

Für Industriebetriebe, die keinen eigenen Kapitaleinsatz leisten möchten oder können, gibt es Betreibermodelle, bei denen ein externer Anbieter den Batteriespeicher finanziert, installiert und betreibt. Der Betrieb zahlt keine Investitionskosten, sondern profitiert direkt von den Einsparungen und Erlösen, die der Speicher generiert.

Dieses Modell eignet sich besonders für mittelständische Unternehmen, die ihre Energiekosten senken wollen, aber keine Ressourcen für Planung, Genehmigung und den technischen Betrieb einer Speicheranlage aufwenden können. Der Anbieter übernimmt die gesamte Verantwortung, vom Engineering über die Inbetriebnahme bis zum laufenden Monitoring.

Wichtig bei der Auswahl eines solchen Modells: Transparenz über die Erlösverteilung, klare Vertragslaufzeiten und ein nachvollziehbares Steuerungskonzept für den Speicher sind relevante Kriterien, die vor Vertragsabschluss geprüft werden sollten.

Wie Bnewable bei Einspeisevergütung und Eigenverbrauch unterstützt

Wir bei Bnewable unterstützen Industriebetriebe dabei, den wirtschaftlichen Wert ihrer PV-Anlage vollständig auszuschöpfen, ohne eigenes Kapital einzusetzen. Unser Ansatz verbindet leistungsfähige Batteriespeicher mit unserer digitalen Steuerungsplattform Voltana, die den Speicher kontinuierlich optimiert.

  • Kein Investitionsrisiko: Wir finanzieren, installieren und betreiben die Speicheranlage direkt an Ihrem Standort.
  • Höherer Eigenverbrauch: Voltana steuert den Speicher so, dass möglichst viel selbst erzeugter Solarstrom intern genutzt wird.
  • Lastspitzenreduktion: Wir reduzieren Ihre Leistungsspitzen und damit Ihre Netzentgelte.
  • Marktzugang: Wir erschließen zusätzliche Erlösquellen über Regelenergie und Strommarktarbitrage.
  • Ein Ansprechpartner: Von der Planung bis zum laufenden Betrieb übernehmen wir die gesamte Wertschöpfungskette.

Wenn Sie prüfen möchten, welches Potenzial ein Batteriespeicher an Ihrem Standort hat, stehen wir für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

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