5 Branchen in Deutschland die am meisten unter hohen Stromkosten leiden und was sie dagegen tun

Hohe Stromkosten belasten die deutsche Industrie seit Jahren erheblich. Doch nicht alle Branchen trifft das gleich hart. Energieintensive Betriebe mit schwankenden Lastprofilen zahlen oft deutlich mehr als der Durchschnitt, nicht nur für die verbrauchte Strommenge, sondern auch für kurzfristige Leistungsspitzen. Wer versteht, warum das so ist, kann gezielt gegensteuern.

Warum Stromkosten deutsche Branchen unterschiedlich hart treffen

Die Stromrechnung eines Industriebetriebs setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: dem eigentlichen Energiepreis, Netzentgelten, Steuern und Umlagen. Besonders die Netzentgelte sind für viele Unternehmen ein unterschätzter Kostentreiber. Ein Teil dieser Entgelte richtet sich nicht nach dem Gesamtverbrauch in Kilowattstunden, sondern nach der höchsten gemessenen Leistungsspitze in einem Abrechnungszeitraum, gemessen in Kilowatt.

Das bedeutet: Ein Betrieb, der kurzzeitig sehr viel Strom zieht, etwa beim gleichzeitigen Anlaufen mehrerer Maschinen, zahlt für diese Spitze dauerhaft einen höheren Grundpreis. Branchen mit unregelmäßigem, schwankendem Verbrauch sind davon besonders betroffen. Die folgenden fünf Branchen gehören in Deutschland zu den am stärksten belasteten.

1: Metallerzeugung und -verarbeitung

Die Metallindustrie zählt zu den stromintensivsten Sektoren der deutschen Wirtschaft. Schmelzöfen, Walzanlagen und Pressen benötigen enorme Mengen elektrischer Energie, und das oft in kurzen, intensiven Betriebsphasen. Genau diese Charakteristik erzeugt extreme Lastspitzen, die sich direkt in den Netzentgelten niederschlagen.

Hinzu kommt der internationale Wettbewerbsdruck: Stahlproduzenten und Metallverarbeiter konkurrieren mit Anbietern aus Regionen mit deutlich niedrigeren Energiepreisen. Jede Kostenreduktion im Energiebereich wirkt sich direkt auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Viele Betriebe haben kaum Spielraum, Produktionsprozesse zeitlich zu verschieben, da Lieferketten und Kundentermine feste Taktungen vorgeben.

Für Metallbetriebe ist die Kappung von Leistungsspitzen daher eine der wirksamsten Stellschrauben zur Kostensenkung, ohne Eingriff in den eigentlichen Produktionsprozess.

2: Chemie- und Pharmaindustrie

Chemische und pharmazeutische Produktionsprozesse laufen häufig rund um die Uhr und erfordern konstant hohe Temperaturen, Drücke und präzise Steuerung. Der Stromverbrauch ist entsprechend hoch und wenig flexibel. Reaktoren, Destillationsanlagen und Reinraumtechnik lassen sich nicht einfach abschalten oder drosseln.

Gleichzeitig unterliegt die Branche strengen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen, die den Handlungsspielraum bei der Energieoptimierung einschränken. Dennoch entstehen auch hier Lastspitzen, etwa beim Anfahren von Anlagen oder bei parallelen Produktionsläufen. Diese Spitzen treiben die Netzentgelte in die Höhe, ohne dass sie produktionstechnisch notwendig wären.

Unternehmen in der Chemie- und Pharmaindustrie profitieren besonders von Lösungen, die Lastspitzen automatisch kappen, ohne in den Prozessablauf einzugreifen. Zusätzlich bietet die Teilnahme an Regelenergiemärkten, also die Bereitstellung von Flexibilität für das Stromnetz, eine relevante Erlösquelle.

3: Lebensmittel- und Getränkeproduktion

Lebensmittelproduzenten und Getränkehersteller stehen vor einer besonderen Herausforderung: Kühlung, Pasteurisierung, Abfüllung und Verpackung laufen oft parallel und erzeugen stark schwankende Lastprofile. Saisonale Produktionsspitzen, etwa in der Ernte- oder Vorweihnachtszeit, verstärken diesen Effekt zusätzlich.

Kühlsysteme sind dabei ein besonders relevanter Faktor. Sie laufen kontinuierlich, verbrauchen viel Strom und lassen sich in begrenztem Umfang zeitlich steuern. Wer Kühlprozesse intelligent mit Speicherlösungen kombiniert, kann Lastspitzen gezielt abflachen und gleichzeitig günstige Strompreiszeiten nutzen.

Für Betriebe mit eigener Photovoltaikanlage (PV-Anlage) bietet sich zudem die Möglichkeit, selbst erzeugten Strom zwischenzuspeichern und bedarfsgerecht einzusetzen, statt ihn zu ungünstigen Konditionen ins Netz einzuspeisen.

4: Papier- und Zellstoffindustrie

Die Papier- und Zellstoffindustrie gehört traditionell zu den energieintensivsten Branchen Deutschlands. Papiermaschinen laufen typischerweise im Dauerbetrieb und benötigen sowohl Strom als auch Wärme in großen Mengen. Der Energieanteil an den Gesamtproduktionskosten ist entsprechend hoch, in manchen Betrieben macht er einen erheblichen Teil der variablen Kosten aus.

Besonders problematisch sind Anlaufphasen nach Stillständen oder Produktionswechseln. In diesen Momenten steigt der Strombedarf kurzfristig stark an, was zu messbaren Lastspitzen führt. Da Papiermaschinen nicht beliebig in ihrer Leistung gedrosselt werden können, bleibt der Handlungsspielraum auf der Verbrauchsseite begrenzt.

Umso wichtiger ist es, auf der Speicherseite anzusetzen: Batteriespeicher können in solchen Anlaufphasen Energie bereitstellen und die Netzlast reduzieren, ohne den Produktionsprozess zu beeinflussen.

5: Logistik- und Kühllagerbetriebe

Logistikzentren und Kühllager sind auf den ersten Blick keine klassischen Industriebetriebe, doch ihr Strombedarf ist erheblich. Fördertechnik, Ladeinfrastruktur für Elektrostapler, Beleuchtung und vor allem Kälteanlagen erzeugen zusammen ein Lastprofil, das stark von Betriebszeiten und Außentemperaturen abhängt.

Besonders Kühllager stehen vor einem strukturellen Problem: Kälteanlagen müssen rund um die Uhr laufen, um die Kühlkette zu sichern. Gleichzeitig entstehen Lastspitzen, wenn mehrere Systeme gleichzeitig anlaufen oder wenn Außentemperaturen die Kühlanlagen stärker belasten. Diese Spitzen schlagen sich direkt in den Netzentgelten nieder.

Für Logistikbetriebe mit wachsender Elektroflotte kommt ein weiterer Faktor hinzu: Das gleichzeitige Laden mehrerer Fahrzeuge kann erhebliche Lastspitzen erzeugen. Intelligentes Lademanagement in Kombination mit einem Batteriespeicher kann diese Spitzen abfedern und die Ladeinfrastruktur wirtschaftlicher betreiben.

Was energieintensive Betriebe jetzt konkret tun können

Hohe Stromkosten sind kein unveränderliches Schicksal. Energieintensive Unternehmen haben konkrete Möglichkeiten, ihre Energiekosten zu senken, ohne Produktionsprozesse grundlegend umzustellen.

  • Lastspitzen analysieren: Der erste Schritt ist eine genaue Analyse des eigenen Lastprofils. Wann entstehen Spitzen? Wie hoch sind sie? Welche Anlagen sind die Hauptverursacher? Ohne diese Datenbasis lassen sich keine gezielten Maßnahmen ableiten.
  • Netzentgelte prüfen: Viele Betriebe wissen nicht genau, wie ihre Netzentgelte berechnet werden. Eine Überprüfung der Abrechnungsstruktur zeigt oft, wie stark die Leistungsspitze den Gesamtpreis beeinflusst.
  • Flexibilitätspotenziale identifizieren: Nicht alle Verbraucher müssen zu jedem Zeitpunkt laufen. Kühlanlagen, Lüftungssysteme und Ladevorgänge lassen sich in vielen Fällen zeitlich verschieben oder steuern, ohne Einbußen bei Qualität oder Produktion.
  • Batteriespeicher als Instrument zur Lastspitzenkappung: Ein industrieller Batteriespeicher (BESS, Battery Energy Storage System) kann Lastspitzen automatisch kappen, indem er in Spitzenlastmomenten Energie bereitstellt und in Schwachlastphasen wieder auflädt. Das senkt die gemessene Leistungsspitze und damit die Netzentgelte dauerhaft.
  • Erlösmöglichkeiten am Strommarkt nutzen: Wer über einen Batteriespeicher verfügt, kann Flexibilität am Regelenergiemarkt anbieten und zusätzliche Erlöse generieren. Das setzt voraus, dass die Steuerungssoftware des Speichers marktfähig ist und die entsprechenden Anforderungen erfüllt.
  • PV-Eigenverbrauch optimieren: Betriebe mit eigener Photovoltaikanlage können durch einen Speicher den Eigenverbrauchsanteil deutlich erhöhen, und damit die Abhängigkeit vom Netzstrom reduzieren.

Wie Bnewable energieintensive Betriebe unterstützt

Wir bei Bnewable entwickeln und betreiben industrielle Batteriespeicherlösungen direkt am Standort unserer Kunden, ohne Investitionskosten und ohne Betriebsrisiko für den Betrieb. Unsere Lösung richtet sich gezielt an Unternehmen aus den Branchen, die in diesem Artikel beschrieben werden: Betriebe mit hohem, schwankendem Stromverbrauch und dem Wunsch, Energiekosten dauerhaft zu senken.

  • Vollständige Wertschöpfungskette aus einer Hand: Wir übernehmen Planung, Genehmigung, Bau und Betrieb der Speicheranlage.
  • Intelligente Steuerung durch Voltana: Unsere proprietäre Software optimiert den Speichereinsatz kontinuierlich, für Lastspitzenkappung, PV-Eigenverbrauch und Marktintegration.
  • Kein Investitionsrisiko: Für unsere Kunden entstehen keine Kapitalkosten. Wir finanzieren und betreiben die Anlage.
  • Zusätzliche Erlöse: Wir ermöglichen die Teilnahme an Regelenergiemärkten und erschließen damit neue Einnahmequellen für den Betrieb.
  • Ein Ansprechpartner: Von der ersten Analyse bis zum laufenden Betrieb begleiten wir den gesamten Prozess.

Wenn Sie prüfen möchten, welches Einsparpotenzial in Ihrem Betrieb steckt, stehen wir für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.